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Unter Drogen oder auf Entzug Delmenhorster vor Gericht nicht vernehmungsfähig

Von Alexander Schnackenburg | 11.11.2015, 14:32 Uhr

Zu den ersten beiden Gerichtsverhandlungen erschien er nicht, die dritte musste abgebrochen werden, weil der Angeklagte nicht vernehmungsfähig war: Zäh gestaltet sich ein Prozess am Oldenburger Landgericht gegen einen 40-jährigen Delmenhorster. Unter Drogen hatte er im April einen Ladendetektiv einen Kopfstoß versetzt.

Oldenburg/Delmenhorst. Das Landgericht Oldenburg hat am Mittwoch eine Verhandlung gegen einen 40-jährigen Delmenhorster nach einer guten Stunde abgebrochen und um einen Monat verschoben: weil der Angeklagte nicht vernehmungsfähig sei, so die Einschätzung des Schöffengerichts um den Vorsitzenden Richter Hugo Sponer. Die Richter ordneten die einstweilige Unterbringung des Angeklagten in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Sie wollen den Fall am 9. Dezember erneut verhandeln.

Gegen Polizisten Pfefferspray gezückt

Der 40-Jährige soll im Begriff gewesen sein, Sportschuhe zu stehlen, als er im April 2014 einem Ladendetektiv einen Kopfstoß versetzt hatte. So zumindest sieht es die Staatsanwaltschaft. Anschließend habe er, um sich dem Zugriff zu entziehen, Pfefferspray gezückt, sei aber dennoch überwältigt und festgehalten worden, bis ihn die Polizei in Gewahrsam habe nehmen können. Die Staatsanwaltschaft, die wegen räuberischen Diebstahls anklagt, hält dem 40-Jährigen verminderte Steuerungsfähigkeit zugute, da dieser zum Tatzeitpunkt unter erheblichem Drogeneinfluss gestanden habe.

Schlafmangel? Medikamente? Oder doch Drogen?

Bei der gestrigen Verhandlung wollte sich der Angeklagte zwar zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft äußern, brachte aber kaum ein Wort über die Lippen, wirkte unkonzentriert, nicht bei sich. Auf einfache Fragen der Richter sowie einer psychiatrischen Sachverständigen vermochte er nur fragmentarisch und widersprüchlich zu antworten. Die Sachverständige hält sowohl Schlafmangel, sedierende Medikamente, Drogeneinfluss als auch Entzugserscheinungen des Angeklagten für mögliche Ursachen. Zudem leide dieser unter einer Psychose.

Der gestrige Gerichtstermin ist bereits der dritte gewesen, an dem der Fall verhandelt werden sollte. Zu den ersten beiden war der Angeklagte nicht erschienen, sodass ihn das Gericht für die gestrige Verhandlung hatte verhaften lassen.