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Unterbrochene Gedenkfeier Fragen nach dem Umgang mit der AfD in Delmenhorst

Von Marco Julius | 10.11.2016, 18:49 Uhr

Wie mit der noch jungen Partei AfD umgegangen werden soll, ist durch die Gedenkfeier zur Reichspogromnacht verstärkt in den Fokus gerückt. Die Ratsvorsitzende sieht Redebedarf.

Die Gedenkfeier zur Erinnerung an die Gräueltaten der Nazis in der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 hat die Frage nach dem Umgang mit der AfD vor Ort erneut aufgeworfen. Wie berichtet, hatte die Jüdische Gemeinde – wie im Vorfeld angekündigt – ein Zeichen gesetzt und die Feierstunde im Rathaus kurzerhand verlassen, weil Mitglieder der AfD im Saal waren. Die Gedenkfeier ist dann vor dem Rathaus abgehalten worden.

Sensible Gedenktage

Antje Beilemann, Ratsvorsitzende, Bürgermeisterin und Mitglied der SPD-Fraktion, machte am Tag nach der Gedenkfeier deutlich, dass Politik und Verwaltung gemeinsam überlegen müssten, wie man künftig mit so sensiblen Gedenktagen umgehe wolle. Sie erinnerte unter anderem an den 27. Januar, den Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Als Zeichen der Solidarität mit der Jüdischen Gemeinde habe sie selbst den Saal am Mittwoch mit verlassen – und sie habe auch das Vorgehen des Oberbürgermeisters verstanden, der die AfD auf die Bedenken der Jüdischen Gemeinde hingewiesen hatte. In der politischen Arbeit, in der die gewählten AfD-Mitglieder alle demokratischen Rechte hätten, setzt Beilemann auf die Auseinandersetzung.

Mit Argumenten arbeiten

Kristof Ogonovski, CDU-Fraktionschef, äußerte ebenfalls Verständnis für das Vorgehen des Oberbürgermeisters. Die Gedenkfeier sei eine spezielle Situation, das Thema sensibel. Das Gedenken sei aber von der politischen Arbeit zu trennen. „Wir bleiben dabei: Von unserer Seite aus gibt es keine aktive Zusammenarbeit mit der AfD. Wir wollen diese Partei mit Argumenten bloßstellen.“