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Untersuchung für zwei Flächen angestoßen Delmenhorst: Private Baulandwünsche erhalten Auftrieb

Von Jan Eric Fiedler, Jan Eric Fiedler | 21.04.2016, 18:01 Uhr

An der Stedinger Landstraße und der Straße Am Dwoberg soll nun doch untersucht werden, ob die Flächen für Wohnungsbau geeignet sind. Eine Absage gab es für einen Bereich am Piekmoor.

Im Ringen um mehr Bauland in Delmenhorst sind jetzt im Planungsausschuss des Stadtrates Teile der Politik auf Konfrontationskurs zur Verwaltung gegangen: Über drei mögliche Bauflächen in Delmenhorst galt es abzustimmen – in zwei Fällen folgte die Politik in jeweils knappen Abstimmungen nicht dem Vorschlag der Verwaltung, von der weiteren Planung abzusehen.

„Außenbereich heißt nicht Denkverbot“

Zwei Flächen an der Stedinger Landstraße in Sandhausen sowie an der Straße Am Dwoberg liegen nach Darstellung der Verwaltung im Außenbereich, in dem eine Bebauung vermieden werden sollte . „Außenbereich heißt für uns nicht per se Denkverbot“, entgegnete zum Beispiel Annette Schwarz (CDU).

Diskussion um Fläche an der Stedinger Landstraße

Vor allem die gut 11.000 Quadratmeter große Fläche an der Stedinger Landstraße, die an das Gewässer Sandhauser Brake grenzt, wurde heftig diskutiert. Ulrich Ihm, Leiter des Fachdienstes Stadtplanung, stellte den Kriterienkatalog der Verwaltung vor, mit dem die Eignung als Bauland überprüft wird. In die Bewertung fließt unter anderem ein, ob es im städtischen Innenbereich liegt, ob es landwirtschaftlich genutzt wird, ob es als mögliches Wohngebiet im Flächennutzungsplan verzeichnet ist, ob es wertvoll für den Naturschutz ist und wie hoch der Grundwasserstand ist. Gegen viele dieser Kriterien würden die Grundstücke an der Stedinger Landstraße und Am Dwoberg verstoßen. Weiterlesen: Viele Delmenhorster wandern nach Ganderkesee ab

Außenbereich zum Innenbereich machen?

Einige Fraktionen zeigten trotz der Argumente der Verwaltung Unverständnis für die Ablehnung. „In Langenwisch haben wir Bürger, die nicht wollen, dass auf ihren Flächen gebaut wird, stellen aber einen Bebauungsplan auf. Hier wollen Bürger bauen und es wird abgelehnt“, sagte Axel Konrad (FDP). Volker Wohnig (Pro Delmos) nahm Bezug auf das kürzlich von der Verwaltung vorgelegte Wohnungsbauziel: „Wie wollen wir die Vorgabe von 200 Wohneinheiten erfüllen, wenn wir keine Flächen ausweisen? Wir können doch den Außenbereich zum Innenbereich machen.“

Auf wenig Gegenliebe stieß der Vorstoß der anderen Fraktionen bei den Grünen und der SPD. „Lieber grün bauen, statt im Grünen bauen“, lautete die von Marianne Huismann (Grüne) ausgegebene Parole. Gudrun Sievers (SPD) verwies auf bestehende Baugesetze. Weiterlesen: Delmenhorster Bürger fordern optimales Baugebiet

Absage für Fläche am Piekmoor

Trotzdem muss die Verwaltung nun prüfen, ob eine Wohnbebauung auf den beiden Flächen möglich ist. Bei der dritten Fläche „Am Piekmoor“, einem Grundstück zwischen dem Kieler Weg und der Feldstraße, folgte die Politik dem Vorschlag der Verwaltung, dort kein Bauland zuzulassen. Ihm verwies auf die schützenswerten Biotope in dem Bereich. Dort dürfte erst gebaut werden, „wenn wir keinen weiteren Quadratzentimeter in der Stadt mehr frei haben“.

Peter Stemmler von den Unabhängigen bemerkte: „Einen Trabi zu bestellen, dauerte zehn Jahre. Bei uns Bauland auszuweisen, dauert zwölf Jahre.“