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Urteil am Amtsgericht Bewährungsstrafe nach Betrug in Delmenhorst

Von Marco Julius | 10.11.2016, 18:26 Uhr

Gründlich schief gegangen ist der Versuch, mit einem fingierten Diebstahl an Geld zu kommen. Ein Bremer hat jetzt sein Urteil bekommen, zu Ende ist der Fall allerdings nicht.

Eine Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten – ausgesetzt zur Bewährung – plus eine Geldauflage in Höhe von 5000 Euro, zahlbar in monatlichen Raten von 250 Euro an das Kinderhospiz Löwenherz – dieses Urteil hat am Donnerstag ein 30-jähriger Bremer vor dem Amtsgericht Delmenhorst hinnehmen müssen. Der Mann war in eine Tat verwickelt, die der Richter als „das Gegenteil von schlau“ bezeichnete, als eine ausbaldowerte Sache, die „total verunglückt ist“.

Gefälschter Fahrzeugbrief im Spiel

Dabei hatte sich die Richtung der Verhandlung früh geändert, nachdem der Angeklagte seine Beteiligung an der Tat eingestanden hatte. Seine Einlassungen und die Ermittlungen haben ergeben, dass er einen Wagen für 28.000 Euro weiterverkauft hat, der aus einem fingierten Diebstahl stammte – und mit dem zusätzlich die Versicherung um 40.000 Euro betrogen werden sollte. Vorsätzlicher Betrug zulasten des Käufers sowie Beihilfe zum versuchten Betrug der Versicherung erkannte das Gericht. Dass beim Verkauf zudem ein gefälschter Fahrzeugbrief im Spiel war, der als Blankoformular bei einem Diebstahl 2008 entwendet wurde, müsse der Angeklagte nicht zwangsläufig gewusst haben. Allerdings laufen auch in Bremen noch Ermittlungen gegen den Angeklagten in ähnlich gelagerten Fällen.

Zeugen geraten in den Fokus der Ermittlungen

Die Aussage des Angeklagten sowie die Nachforschungen des Gerichts während der Verhandlung haben zudem viele weitere Ermittlungsansätze geliefert. So dürften sich in Kürze auch der Mann, der seinen Wagen vermutlich fälschlicherweise als gestohlen gemeldet hatte, sowie ein Freund – beide Soldaten – und ein weiterer Bekannter, die zwischenzeitlich als Zeugen geladen waren, im Fokus von Polizei und Staatsanwaltschaft befinden. Gerade die Letztgenannten könnten dabei sogar als Strippenzieher in Frage kommen.

Staatsanwaltschaft wollte höhere Geldauflage

Der Verteidiger des Bremers betonte in seinem Plädoyer, sein Mandant habe den Käufer nicht vorsätzlich betrügen wollen, er sei vielmehr davon ausgegangen, dass der Käufer den Wagen auch fahren könne. Er plädierte auf eine zur Bewährung ausgesetzte Strafe von nicht mehr als sechs Monaten. Eine Geldauflage sei zudem nicht geboten, da sein Mandant durch die Aktion bereits hohe Verluste gemacht habe.

Die Staatsanwaltschaft lag mit ihrer Forderung näher beim Gericht, sie hatte aber 10.000 statt 5000 Euro Geldauflage gefordert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.