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Verbesserte Diagnose Delmenhorster Krankenhaus rüstet Endoskopie auf

Von Jan Eric Fiedler, Jan Eric Fiedler | 09.02.2016, 17:33 Uhr

Mehrere Lichtfarben, Ballons, Ultraschall und Radiowellen: Die neue Endoskopietechnik am JHD Mitte in Delmenhorst bietet viel neue Technik. Dazu können die Ärzte jetzt auf ein besonders strahlungsarmes Röntgengerät zurückgreifen.

Wie eine Raupe soll man sich das neue Doppelballon-Endoskop des JHD Mitte (ehemals St. Josef-Stift) vorstellen, sagt Dr. Klaus Gutberlet. Der Chefarzt der Gastroenterologie kann seit Ende Januar auf neue Endoskopie- und Röntgentechnik zurückgreifen. Die Investition von 590.000 Euro erleichtert ihm die Arbeit und bietet neue Therapiemethoden für seine Patienten.

Direkte Behandlung des Dünndarms möglich

Der Doppelballon ermöglicht beispielsweise auch eine Untersuchung und direkte Behandlung des Dünndarmes. „Der Doppelballon krabbelt durch den Dünndarm“, erklärt Gutberlet. Bisher konnten die Ärzte am JHD Mitte mit einer Kamera-Kapsel, die der Patient schluckt, zwar Bilder vom Dünndarm machen. Eingriffe am Organ waren aber nur über herkömmliche Operationen möglich. „Engstellen im Darm können wir beispielsweise mit dem Ballon dehnen“, sagt Gutberlet.

„Beste Art der Krebsvorsorge“

Auch die Diagnostik hat sich durch das neue Gerät verbessert. Es liefert nicht nur schärfere Bilder aus Speiseröhre, Magen und Darm, es kann auch in verschiedenen Farben leuchten. Unter verschiedenen Lichtfarben können Tumore oder Polypen besser erkannt werden. „Das ist die beste Art der Krebsvorsorge“, erklärt der Chefarzt: Während bei der Mammografie oder der Prostatauntersuchung nach bereits vorhandenen Tumoren gesucht wird, können bei der Darmspiegelung mit den Polypen schon ihre Vorstufen entfernt werden.

Ultraschall im Inneren des Körpers

Hinzu kommen weitere Techniken: So können in der Speiseröhre Schleimhautveränderungen durch eine Radiofrequenzablation entfernt oder durch einen speziellen Kopf am Gerät Ultraschallaufnahmen im Inneren des Körpers gemacht werden.

Röntgenstrahlung drastisch reduziert

Abgerundet wird die neue Ausstattung des Krankenhauses durch ein neues, wesentlich strahlungsärmeres Röntgengerät. „Die Strahlung wird dadurch bei den Aufnahmen teilweise um ein 50-Faches reduziert“, erklärt Gutberlet.

Keine Blähungen mehr

Die für die Patienten bei Magen- oder Darmspiegelungen zunächst wohl auffälligste und wahrscheinlich auch angenehmste Neuerung ist der Einsatz von Kohlendioxid. Bisher wurden die Organe für die Aufnahmen mit Raumluft aufgepumpt, die dann unter – so Gutberlet – „wildesten Blähungen“ wieder entwichen ist. Der Ersatzstoff Kohlendioxid macht nicht nur andere Eingriffe, beispielsweise an der Bauchspeicheldrüse, möglich, sondern wird vom Körper auch deutlich schneller und über die Lunge abgebaut.