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Verbreitung ist strafbar Falschmeldungen beschäftigen Delmenhorster Polizei

Von Yannick Richter, Yannick Richter | 25.05.2016, 20:48 Uhr

Die Polizei weist darauf hin, dass die unreflektierte Verbreitung von Nachrichten weitreichende Folgen nach sich ziehen kann. Aktueller Anlass sind Falschmeldungen zu mutmaßlichen Kindesentführungen in

Die Polizei weist darauf hin, dass die Verbreitung von Falschmeldungen im Internet weitreichende Folgen haben kann. Anlass dafür ist ein Vorfall, bei dem in der vergangenen Woche über soziale Netzwerke vermehrt Falschmeldungen zu einer angeblichen Kindesentführung am Jute-Center verbreitet wurden. Diese war jedoch laut Polizei ein Versuch, ein Kind vor einem Unfall in einer Drehtür zu bewahren.

Falschmeldungen gehören im Internet zum Alltag

„Falschmeldungen gehören in den sozialen Onlinenetzwerken zur Tagesordnung“, sagt Dirk Ellwart von der Pressestelle der Delmenhorster Polizei. „Vergleichbar mit einem Phänomen analog der ‚Stillen Post‘ werden sowohl sich erweiternde Nachrichten als auch gänzlich erfundene Geschichten, sogenannte Hoax, weitergegeben oder geteilt“, fährt Ellwart fort. „Sobald die Polizei eingeschaltet wird, stellt sich in den allermeisten Fällen sehr schnell heraus, dass eine solche Meldung erfunden worden ist oder so nicht stattgefunden hat“, erklärt Polizeisprecher Ellwart weiter.

Personen machen sich strafbar

Laut Angaben von Ellwart werden die Polizei und andere Behörden durch die Verbreitung von Falschmeldungen „mit aufwendigen Ermittlungen massiv beschäftigt“. Zudem können sich Falschmeldungen negativ auf das Sicherheitsgefühl der Bürger auswirken und tatsächlich vorgefallene Sachverhalte würden nicht mehr ernst genommen, teilt Ellwart mit. Grundsätzlich können Personen sich durch die unreflektierte Verbreitung sogar „im Deliktsbereich der falschen Verdächtigung, Verleumdung und der üblen Nachrede“ strafbar machen, so Ellwart.

Appell der Polizei: Wahrheitsgehalt einer Meldung hinterfragen

„Im Glauben, sie täten den Adressaten einen Gefallen, indem sie etwa vor einer Gefahr warnen“, seien es größtenteils „gutgläubige Menschen“, die die vermeintlichen Warnungen nach Erhalt weiterleiten, mahnt Ellwart. Auch wenn hinter der Verbreitung oftmals „großes Engagement“ und ein guter Wille stecke, appelliert Ellwart, „den Wahrheitsgehalt einer Meldung kurz zu hinterfragen, bevor die Meldung einfach unreflektiert weitergeleitet, geteilt, gepostet oder getwittert wird“.