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Verdi fordert sechs Prozent mehr Beschäftigte des Einzelhandels streiken in Delmenhorst

Von Thomas Breuer | 28.06.2017, 11:53 Uhr

Beschäftigte des Einzelhandels aus Delmenhorst, Bremen, Oldenburg und Wilhelmshaven treten am heutigen Mittwochvormittag mit einem Streik in der Delmenhorster City für einen Lohnzuwachs von sechs Prozent ein.

Die Streikbereitschaft im Delmenhorster Einzelhandel, sie ist augenscheinlich gering. Lediglich Beschäftigte von H&M waren am Mittwochvormittag in der Innenstadt dabei, als rund 100 Frauen und Männer, Letztere deutlich in der Minderheit, einem Streikaufruf der Dienstleitungsgewerkschaft Verdi folgten.

Angebot der Arbeitgeber zurückgewiesen

Von H&M in Delmenhorst sind sie fast immer dabei, wenn die Arbeitnehmerschaft in der Region öffentlich für Verbesserungen ihrer materiellen Existenz eintritt. Dass sich Streikende aus Bremen, Oldenburg und Wilhelmshaven diesmal auf den Weg hierher gemacht hatten, darüber freuten sie sich. Unter ihnen auch Beschäftigte von Zara und Real.

Verdi kämpft aktuell für sechs Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten. Die Arbeitgeber haben zuletzt 1,5 Prozent ab Juli und ein weiteres Prozent zum 1. Mai 2018 geboten, dazu zwei Einmalzahlungen von 150 Euro. Dies, so die einhellige Meinung der Streikenden, sei kein ernsthaftes Angebot.

Flexible Teilzeitkräfte wollen mehr Sicherheit

Ihnen geht es überdies nicht nur um eine prozentuale Aufstockung beim Gehalt. Bei H&M am Marktplatz, hieß es, verfügten nur zehn von 21 Beschäftigen über einen Vollzeitvertrag, die übrigen würden als flexible Teilzeitkräfte eingesetzt. „Die wissen nie, was sie am Monatsende bekommen“, sagte eine der Streikenden. Etwa ein Drittel der Belegschaft ging mit auf die Straße.

„Im Einzelhandel sind kaum noch Vollzeitstellen zu kriegen“, stellte eine Frau heraus. „Wir glauben aber, dass die Mitarbeiter das kostbarste Gut sind.“ Nach Bedarf eingesetzt zu werden, einem Zweitjob nachzugehen und dann noch aufstocken zu müssen, passe da nicht ins Bild. Das Ziel der Vollzeitkräfte sei, wenigstens 1900 Euro zu verdienen.

Linke ergreift Partei für Streikende

Als einzige politische Partei zeigte Die Linke sichtbar Solidarität mit den Streikenden. Auch ihr Bundestagskandidat Manuel Paschke griff zum Mikrofon.

Die nächste Verhandlungsrunde für den Einzelhandel in Niedersachsen und Bremen ist erst für den 2. August angesetzt. Verdi-Gewerkschaftsekretär Arne Brix rechnet aber schon vorher mit Bewegung, sollte es Anfang Juli in Nordrhein-Westfalen oder Baden-Württemberg einen Abschluss geben.