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Verein hilft Flüchtlingen Der Stuhrer Emin Akbas organisiert Hilfe für IS-Opfer

Von Dirk Hamm | 08.01.2015, 15:00 Uhr

Emin Akbas engagiert sich für die Menschen in seinem alten Heimatdorf in der Türkei. Der in Stuhr lebende Kurdischlehrer leitet einen Hilfsverein für Flüchtlinge.

Stuhr. Es sind friedliche Bilder der Hilfe und Solidarität in dem kurdischen Dorf Simiz, die Emin Akbas Besuchern in seinem Haus in Alt-Stuhr auf dem Computerbildschirm zeigt. Zahlreiche Familien haben auf der Flucht vor dem Terror des „Islamischen Staates“ (IS), dem sie im Irak ausgesetzt waren, in dem kleinen Ort in der südwesttürkischen Provinz Batman Zuflucht gefunden. In vor langer Zeit von Gastarbeitern und Asylbewerbern, die nach Deutschland kamen, verlassenen Häusern leben die traumatisierten Menschen auf engstem Raum zusammen.

Akbas selbst stammt aus dem kurdischen Dorf, das den türkisierten Namen Oguz trägt. Unter dem Eindruck der dramatischen Ereignisse gründete er im vergangenen Jahr den Hilfs- und Solidaritätsverein der Dorfgemeinschaft Oguz, der ganz konkrete Hilfe vor Ort leistet: Dringend benötigte Hilfsgüter und Lebensmittel werden verteilt, die verlassenen Häuser für die Flüchtlinge hergerichtet, die Versorgung mit Wasser und Strom sichergestellt.

Unter dem Druck staatlicher Verfolgung hat Emin Akbas 1989 in Deutschland Asyl beantragt. Seit 2000 lebt der 52-Jährige in Stuhr. 1993 wurde er in Bremen offiziell als Kurdischlehrer eingestellt, seitdem unterrichtet er seine Muttersprache dort an verschiedenen Schulen und hat Lehrbücher verfasst.

„Als ich die ersten Bilder von dem Massaker gesehen habe, war das eine große seelische Belastung“, sagtnAkbas. 30000 Menschen seien vom IS getötet worden. 2900 Menschen konnten in die türkische Provinz Batman fliehen, 259 davon fanden in Simiz Zuflucht. Für nur zu verständliche Verzweiflung lässt der engagierte Stuhrer jedoch keinen Platz in seinem Herzen: „Man muss kämpfen. Wir dürfen unsere Heimat nicht verlieren.“

Der Hilfsverein, mit dem er die Lebensbedingungen der alteingesessenen und neuen Bewohner von Simiz verbessern möchte, arbeitet laut Emin Akbas eng mit einem örtlichen Komitee aus Vertretern von Zivilorganisationen zusammen. So sei gewährleistet, dass die Hilfe bei den Menschen ankommt. Wer die Arbeit des Hilfsvereins unterstützen möchte, kann mit dem Vorsitzenden unter Telefon (01522)1840391 Kontakt aufnehmen.