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Vereinbarkeit von Familie und Beruf Delmenhorster Servicebüro bietet Ferienbetreuung

Von Marco Julius | 31.03.2016, 09:53 Uhr

In den Oster-, Sommer- und Herbstferien können berufstätige Eltern auf ein Angebot des städtischen Familien- und Kinderservicebüros zurückgreifen. Das Büro organisiert dann jeweils eine verlässliche Ferienbetreuung.

Lebendig geht es zu im Treff Hasport. Rund 20 Kinder sind in dieser Woche täglich von 8 bis 13 Uhr dort – in der Ferienbetreuung, die das Familien- und Kinderservicebüro anbietet. Zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wie das schöne Schlagwort heißt. Berufstätige Eltern, die naturgemäß nicht die kompletten Ferienzeiten mit Urlaub abdecken können, sollen so die Chance erhalten, ihr berufliches und familiäres Leben besser unter einen Hut zu bekommen.

Drei Erzieherinnen betreuen 20 Kinder

Lorna Uetrecht und ihre Kolleginnen Christin Hanßmann und Kendra Scharf, alle drei Studentinnen mit dem Berufsziel Erzieherin/Sozialpädagogin, betreuen die Kinder derzeit im Treff Hasport. „Das Angebot wird von berufstätigen Eltern sehr gut angenommen“, sagt Lorna Uetrecht. Schulkinder ab der ersten Klasse bis zu einem Alter von 13 Jahren sind derzeit dabei. In den Sommerferien, wenn es das Angebot der Ferienbetreuung wieder gibt, können Kinder im Alter von drei bis 13 Jahren angemeldet werden. Lorna Uetrecht ist schon seit sechs Jahren als Honorarkraft aktiv, wenn es darum geht, Eltern mehr Freiraum zu geben. Sie weiß, was Kinder begeistert: „Wir machen viele Bewegungsangebote, nutzen für Spiele das Außengelände, basteln, backen und vieles mehr. Alles hat einen spielerischen Ansatz, schließlich ist gerade Ferienzeit.“

Viele Kinder sind „Stammgäste“

Gabriela, Amelie und Liz rühren einen Teig an, der Backofen heizt schon vor, nebenan spielen Jungs ein Kartenspiel. Alle sind mit Spaß dabei. Viele Kinder sind schon „Stammgäste“ in der Ferienbetreuung. In den Sommerferien kann eine Betreuung in der Zeit von 8 bis maximal 16.30 Uhr angeboten werden. Ab 7 Uhr gibt es einen Frühdienst. Zusätzlich kann ein Mittagessen gebucht werden, ein Rundum-Paket quasi. Bis zu 80 Kinder werden dann – in Gruppen unterteilt – betreut. Auch in den Herbstferien gibt es ein Betreuungsangebot.

Gesellschaftlicher Wandel gefragt

Die Gleichstellungsbeauftragte Petra Borrmann hatte jüngst beim Frauenempfang in der Markthalle betont, dass bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf immer noch dringender politischer Handlungsbedarf bestehe. „Frauen sind nicht gleichberechtigt, wenn es für sie, selbst mit einer qualifizierten Ausbildung, häufig immer noch subtil heißt: entscheide dich, ob du Erfolg im Beruf oder eine Familie haben willst. Männer erleben sehr selten dieses Dilemma“, sagte Bormann. Die Entscheidung „Erfolg im Beruf oder Familie“ sei eine zutiefst unmenschliche. Borrmann plädierte dafür, dass sich die Gesellschaft, die Arbeitgeber, aber auch die Eltern selbst weiter für neue Formen öffnen müssten. Das Angebot der Ferienbetreuung des städtischen Familien- und Kinderservicebüros ist dabei ein Baustein.