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Verkehrspolitik Bremens Senatspräsident Sieling zu Gast im Stuhrer Rathaus

Von A. Schnackenburg, Alexander Schnackenburg | 02.08.2016, 20:55 Uhr

Die A281, der Bau der B6 neu, die Verlängerung der Straßenbahnlinie 8 bis nach Weyhe: Bremens Senatspräsident Sieling und Stuhrs Bürgermeister Thomsen tauschten sich über Verkehrsprojekte aus.

Stuhr und Bremen sehen sich als gemeinsamen „großstädtischen Verdichtungsraum“. Jedenfalls entspricht diese Sichtweise dem Blickwinkel der Bürgermeister Niels Thomsen (parteilos) und Carsten Sieling (SPD). Nach rund einem Jahr im Amt des Bremer Senatspräsidenten und mithin des Bremer Ministerpräsidenten und Bürgermeisters in Personalunion war Sieling am Dienstag erstmals zu Besuch im Stuhrer Rathaus, um sich mit Thomsen über gemeinsame infrastrukturelle Ziele auszutauschen.

„Gemeinsamer Lebensraum“

Die Bürgermeister zeigten sich einig darin, dass sie die Region rings um Bremen und Stuhr als „gemeinsamen Lebensraum“, wie es Thomsen formulierte, betrachteten. Sieling erläuterte, dass Bremen den Paradigmenwechsel in seinem Verhältnis zum Umland bereits vor rund zwanzig Jahren vollzogen habe, als das Land den Ausbau der Straßenbahnlinie 4 nach Lilienthal beschlossen und realisiert hatte. Statt mit den Umlandgemeinden um die Gunst der Einwohner zu konkurrieren, versuche Bremen seither, aus den Gemeinsamkeiten mit diesen Gemeinden so viel Honig wie möglich zu saugen – zum Wohle beider Seiten. Im Falle Stuhrs komme hinzu, dass die Gemeinde ungewöhnlich viele Arbeitsplätze auch für Bremer vorhalte. In der Tat, so Thomsen, stünden in Stuhr 10000 Einpendler 9000 Auspendlern gegenüber.

Ausbau der Straßenbahnlinie 8

Sowohl Thomsen als auch Sieling gehen fest davon aus, dass der Ausbau der Straßenbahnlinie 8 bis Weyhe, welcher bis 2019 über die Bühne gehen werde, Stuhr und Bremen noch fester zusammenwachsen lassen werde. Parallel hierzu wollen die Bürgermeister auch den Ausbau guter Fahrradwege zwischen beiden Städten vorantreiben. Sieling verspricht sich in diesem Zusammenhang viel von der Arbeit des Kommunalverbunds Niedersachsen / Bremen, in welchem er als stellvertretender Vorsitzender fungiere. Schließlich setzen Thomsen wie Sieling große Hoffnungen in den Ringschluss der Autobahn 281 sowie in den Bau der B 6 neu. Hier, so Thomsen, gelte es „mit Dynamik“ die Planung voranzutreiben – unabhängig von der Dringlichkeitskategorie, in welcher der Bundesverkehrswegeplan das Bauvorhaben ausweise. Kritisch sehen die Bürgermeister, dass sich das Land Niedersachsen, wie Sieling sich ausdrückte, immer weiter aus der Versorgung der eigenen Bevölkerung mit Krankenhäusern zurückziehe – auf Kosten Bremens.