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Vermieter dreht das Wasser ab Jute-Center kündigt Delmenhorster Disko „Retro“ fristlos

Von Thomas Breuer | 12.09.2017, 20:41 Uhr

Die seit Langem mit sinkenden Besucherzahlen kämpfende Diskothek „Retro“ im Jute-Center steht vor dem kurzfristigen Aus.

Projektentwickler Christian Kistritz von der Weimarer Saller-Gruppe als Eigentümerin der Immobilie bestätigte auf Nachfrage, dass den Betreibern fristlos gekündigt worden sei. Eine Übergabefrist sei verstrichen, weshalb jetzt eine Räumungsklage laufe.

Hoher Rückstand bei Miete und Nebenkosten

Grund für die drastischen Schritte sind laut Kistritz hohe Schulden bei der Miete und den Nebenkosten. Nach seinen Worten sind seit mehr als einem Jahr keine Mietzahlungen mehr geleistet worden.

Um die Räumung durchzusetzen, ist Saller inzwischen noch einen Schritt weiter gegangen. „Wir haben das Wasser abgestellt, damit für den Mieter nicht noch mehr unbezahlte Nebenkosten entstehen“, sagte Kistritz. Das „Retro“ hatte darauf mit einem Schließungstag am vergangenen Freitag reagiert.

„Retro“-Betriebsleiterin spricht von einem Defekt

Den bestätigte auch „Retro“-Betriebsleiterin Jasmin Bozic, sprach aber von einem Defekt bei der Wasserversorgung. Für die Öffnung am Samstag seien für den Thekenbetrieb Wasserbehälter herbeigeschafft worden. Die Toiletten hätten aber nicht betrieben werden können.

Darüber hatten sich Besucher des Tanzlokals auch gegenüber unserer Redaktion beschwert. Man sei auf die Toiletten des unter der Diskothek angesiedelten Lokals „Riva“ verwiesen worden.

Von Disko-Seite keine Silbe zur Kündigung

Bozic sprach auf Nachfrage mit keiner Silbe über die Kündigung. Sie sagte: „Wir planen von Woche zu Woche, von Monat zu Monat.“ Eine Verlängerung des Ende 2019 auslaufenden Zehnjahresvertrags sei ausgeschlossen. „Wenn der Vermieter uns rauslässt, würden wir auch früher gehen“, so Bozic. Am kommenden Wochenende werde aber wieder regulär geöffnet.

Fläche soll künftig Praxen und Büros dienen

Kistritz quittierte diese Äußerungen mit Kopfschütteln. Er erwartet einen andauernden Rechtsstreit über die ausstehenden Summen. Wenn die Diskobetreiber die Fläche geräumt haben, soll der Platz nicht mehr für einen Freizeitbetrieb genutzt werden. Dort sollen künftig Praxen und Büros angesiedelt sein. „Einen entsprechenden Bauantrag werden wir rechtzeitig stellen“, so der Vermieter.