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Vermüllung im Delmenhorster Wollepark Ratsherr klagt über „Schrottautos“ im Wollepark

Von Frederik Grabbe | 20.07.2016, 10:57 Uhr

„Schrottautos“, „Autofriedhof“: Mit harschen Worten kritisiert Ratsherr Axel Konrad den Zustand des Wolleparks. Von offizieller Seite lässt sich seine Kritik nicht nachvollziehen. Zwar habe die Stadt neun Autos abschleppen lassen – allerdings im gesamten Stadtgebiet.

Bis zu 20 unangemeldete Autos sollen auf den Straßen im Wollepark stehen, besonders die Straßenzüge Pommernstraße, Westfalenstraße und Am Wollepark hatte Ratsherr Axel Konrad kürzlich als „Autofriedhof“ bezeichnet, und die Stadt aufgefordert, das Quartier von diesen „Schrottautos“ zu befreien.

Stadt sind die Hände gebunden

Dieser Missstand wird zwar von der Stadt erkannt, Handlungsspielraum gegen das Vermüllen durch das Abstellen ausgedienter Vehikeln gibt es aber nicht. Generell stünden Fahrzeuge in dem genannten Wollepark-Bereich überwiegend auf privatem Gelände, teilt Stadtsprecher Timo Frers auf Anfrage mit. „Hier sind der Stadt die Hände gebunden – ein Einschreiten auf Privatgelände ist nicht zulässig.“

Unternehmen warnt Fahrzeughalter

Einer der größten Privateigentümer im Wollepark, das Unternehmen Grand City Property (GCP), sieht ebenfalls Grund zum Handeln: Seit Kurzem hat GCP, das dort 566 Wohnungen im Bereich Schwaben-, Pommern-, und Westfalenstraße besitzt, Aushänge an kennzeichenlose Autos angebracht, in denen es die Halter auffordert, die unangemeldeten Wagen von den Privatparkplätzen zu entfernen. Geschehe dies nicht, werde die Zulassungsstelle und die Polizei informiert, Fahrzeuge würden entsorgt.

Polizei greift nur bei Straftatbeständen ein

Seitens der Polizei heißt es, dass das Abstellen von abgemeldeten Fahrzeugen im öffentlichen Verkehrsraum eine Ordnungswidrigkeit darstelle, die der Stadt weitergeleitet werde, falle ein solches Auto etwa bei einer Streife auf. „Sollten aber zum Beispiel Betriebsstoffe aus dem Fahrzeug auslaufen, stellt dies eine Straftat dar und wir würden ein Verfahren einleiten“, teilt Polizeisprecherin Melissa Oltmanns mit. Mitunter müsste das Fahrzeug aus „gefahrabwehrrechtlichen Gründen“, so Oltmanns, umgehend abgeschleppt werden, liegt etwa eine Verunreinigung von Gewässern vor, könnten sich die Straftatbestände auch noch erweitern. Solche Vorfälle gabe es 2016 aber nicht. (Weiterlesen: Einkaufswagenklau bereitet Probleme)

Wieder mehr als 2000 Menschen im Wollepark

 Viel mehr als „Schrottautos“ sei der Müll an sich ein Dauerthema unter den Bewohnern im Viertel, berichtet Quartiersmanagerin Wiebke Machel aus dem Nachbarschaftszentrum. „2015 gab es einen großen Zuzug, aktuell leben wieder mehr als 2000 Menschen in dem Areal. Bei so vielen Personen ist klar, dass viel Müll anfällt“, sagt sie. Gleichwohl laufe derzeit eine Bewohnerbefragung zum Zustand des Quartiers . Ergebnisse sollen im September vorliegen. (Weiterlesen: Schulstarterpakete für Kinder aus dem Wollepark)

32 „Verwarnungen“, neun abgeschleppte Autos

Zurück zu den „Schrottautos“: Generell sagt Frers, dass Aufkleber in der Form von roten Punkten an nicht zugelassenen Fahrzeugen angebracht würden, seien diese im öffentlichen Verkehrsraum abgestellt und ginge von ihnen keine Gefahr aus. „Der Verantwortliche erhält damit eine Frist von vier Wochen, um sein Fahrzeug selbst zu entfernen. Nach Ablauf dieser Frist würde das Fahrzeug ansonsten im Auftrag der Stadt Delmenhorst abgeschleppt werden.“ Auf diese Weise seien 2016 im Stadtgebiet bislang 32 Fahrzeuge „verwarnt“ worden, neun wurden tatsächlich abgeschleppt.