Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Versammlung in Delmenhorst Holsten kämpft mit Bahnanliegern für Lärmschutz

Von Thomas Deeken | 20.01.2015, 18:41 Uhr

Bahnanlieger sind eingeladen, bei einer Bürgerversammlung am 29. Januar über ihre Erfahrungen nach Fertigstellung der Lärmschutzwände in Delmenhorst zu sprechen. Organisator Dieter Holsten vom Aktionsbündnis für Sicherheit und Nachtruhe an der Bahn hofft auf rund 200 Betroffene.

Für die Bahn ist das Thema Lärmschutz in Delmenhorst bereits abgeschlossen, für Dieter Holsten allerdings noch lange nicht. Der Sprecher des Aktionsbündnisses für Sicherheit und Nachtruhe an der Bahn, Delmenhorst-Ganderkesee-Hude, will auch weiterhin für und mit Bahnanliegern kämpfen, die sich nicht ausreichend vor Lärm und inzwischen auch vor Erschütterungen geschützt fühlen. Für diesen Kampf sucht er Erfahrungsberichte und „einen ehrlichen Gesamteindruck“, die er sich durch eine Bürgerversammlung erhofft.

Alle Bahnanlieger sind aufgerufen, am Donnerstag, 29. Januar, in die Gaststätte Bielefeld’s Bürgerstuben am Bürgerkampweg zu kommen. Dort will Holsten ab 19 Uhr mit weiteren Mitgliedern des Bündnisses informieren und konkret nach Auswirkungen des Bahnlärms fragen. Er hofft dabei auf rund 200 Bahnanlieger aus rund 400 betroffenen Häusern in Delmenhorst.

„Wir können zwar nichts versprechen“, sagt der Bündnis-Sprecher. Es könne aber eventuell gelingen, die Stadt Delmenhorst oder das Land zu bewegen, andere Prioritäten zu setzen und mehr für den Lärmschutz zu tun. Es gebe sogar die Möglichkeit, „seinen Nachbarn, die Bahn,“ zu verklagen, sagt Holsten und verweist auf einen Erfolg einer Oldenburger Initiative vor dem Bundesverwaltungsgericht. Und vielleicht könnte es auch Geld vom Bund geben, dessen 130 Millionen Euro jährlich für den Bahnlärmschutz nicht immer vollständig abgerufen werden würden.

Der Bündnis-Sprecher möchte aber nicht nur Negatives, sondern auch positive Berichte hören. Sein Ziel dabei: „objektive Zahlen statt gefühlter Wahrnehmungen“ – und herausfinden, wo die Knackpunkte liegen. Im Hinterkopf habe er dabei, dass der Verkehr auf den Schienen zwischen Oldenburg und Bremen immer weiter zunehmen werde – wegen des Jade-Weser-Ports in Wilhelmshaven und möglicherweise auch durch Güter- und Personenzüge aus Richtung Rotterdam.