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Videos, Malerei, Collagen Drei Künstler spielen in Städtischer Galerie mit Perspektiven

Von A. Schnackenburg | 17.06.2016, 08:40 Uhr

Videoarbeiten, Malerei, Collagen und Modelle: In der Städtischen Galerie sind ab Freitag die Arbeiten dreier Künstler zu sehen. In ihren Werken spielen sie geschickt mit Perspektiven – und entziehen sich so konventionellen Kategorien.

Fotos barocker Säulen oder vielmehr Fragmente dieser Fotos hängen mannsgroß von der Decke. Dazwischen schweben – wie an seidenen Fäden – kleine Holz- und Metallstücke im Raum. Um nirgendwo anzustoßen, muss sich der Gast der Städtischen Galerie noch aufmerksamer und vorsichtiger bewegen als sonst, wenn er hier eine Ausstellung besucht. Am Freitag, 17. Juli, feiert die Schau „Drift“ ab 20 Uhr ihre Vernissage.

Videoarbeiten, Malerei, Collagen und Modelle

Für Galerieleiterin Dr. Annett Reckert geht es in „Drift“ um nichts weniger als um das Verhältnis von Körper zu Raum oder auch um die Frage, wie sich unsere räumliche Wahrnehmung durch unser paralleles Leben in virtuellen Räumen verändert. Die Schau vereint Videoarbeiten von Alex Hubbard aus Toledo, die opulente Malerei und Installationen von Alisa Margolis aus Kiew sowie Collagen und Modelle von Diana Sirianni aus Rom.

Spiel mit historischen Räumen

Letztgenannte nutzt in ihren Installationen die Möglichkeiten digitaler Bildbearbeitung, um mit historischen Räumen ebenso zu spielen wie mit gegenwärtigen. Sie entwickelt Rauminstallationen, Collagen, die sie aus fragmentarischen Fotografien, Holz- und Metallstücken sowie Plexiglaselementen gestaltet. Für die Städtische Galerie hat Sirianni Installationen entworfen, in denen sie Fotos der Coburg’schen Innenräume mit solchen ihrer früheren Ausstellungsorte verwoben hat.

Erst die Änderung des Blickwinkels entzerrt den Blick aufs Werk

Es handele sich bei ihren Arbeiten generell um „Ableitungen“ ihrer früheren Werke, sagt die Künstlerin dazu. Nicht aus jeder Perspektive erkennt der Betrachter, dass die Fotos innerhalb der Collagen und Installationen Siriannis ihre Motive oftmals verzerrt darstellen. Um den Geheimnissen auf die Spur zu kommen, muss der Betrachter immer wieder den Blickwinkel wechseln.

Knallige Erinnerung an den Barock

Wie Siranni lässt auch Alisa Margolis barocke Zitate in ihre Kunst einfließen, ruft in den Gemälden etwa Erinnerungen an Blumenstillleben des 17. Jahrhunderts wach, verwendet hierzu allerdings auffallend knallige Farben. Sie halte nichts von der Trennung zwischen Pop- und Hochkultur, kommentiert Margolis die eigene Arbeit, und fasst damit den Geist dieser Ausstellung in passende Worte. Denn „Drift“ entzieht sich konventionellen Kategorien. Um die Schau zu genießen, sollte sich der Gast Zeit nehmen.