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Viele neue offene Stellen Delmenhorster Arbeitsmarkt macht Mut

Von Frederik Grabbe | 02.03.2017, 07:08 Uhr

Nach den Wintermonaten macht ein Plus bei den offenen Stellen Hoffnung auf eine Belebung des Arbeitsmarkts. Die Arbeitslosenzahl soll perspektivisch abnehmen.

In den kommenden Wochen werden zunehmend offene Stellen auf dem hiesigen Arbeitsmarkt zu vergeben sein – und damit wird auch die Arbeitslosigkeit zurückgehen. Diese Einschätzung ziehen Vertreter von Arbeitsagentur und Jobcenter aus den Arbeitsmarktdaten des Monats Februar.

Arbeitslosenquote bei 10,8 Prozent

Dieses positive Meinungsbild lässt sich auch nicht dadurch trüben, dass in der Stadt Delmenhorst die Zahl der Arbeitslosen auf 4259 (+1,8 Prozent) geklettert ist. Derzeit liegt die Arbeitslosenquote bei 10,8 Prozent, vor einem Jahr aber lag sie um 0,3 Punkte höher. In der Gemeinde Ganderkesee suchen 712 Menschen nach Arbeit.

Ausgelernte Azubis drängen auf Arbeitsmarkt – und haben gute Job-Chancen

Der Grund für die Zunahme im Vergleich zum Januar: „Zuletzt haben besonders viele Auszubildende ihre dreieinhalbjährige Ausbildung abgeschlossen und nicht alle wurden von den Betrieben übernommen“, sagte die Leiterin der Agentur für Arbeit, Karin Kayser. Diese würden aber schnell wieder in Arbeit finden, „schließlich handelt es sich um Fachkräfte“. Und das dafür auch Stellen zur Verfügung stehen, schilderte Regina Krumpe, Teamleiterin Arbeitgeberservice bei der Agentur. Ihren Angaben nach sind allein im Februar 251 offene Stellen hinzugekommen. „Das sind 114 mehr als im Vorjahr. Und im März werden es noch mehr Stellen sein.“ Insgesamt würden die Betriebe gerne 701 offene Stellen besetzen. Besonders im Handwerk, in der Logistik oder in Speditionen seien Kräfte gesucht. Krumpe sagte dazu: „Es zeigt sich immer mehr, dass fachliche Weiterqualifizierungen für Arbeitslose immer wichtiger werden, um sich für Stellen zu empfehlen.“ Laut Kayser wird sich Arbeitsmarkt generell weiter öffnen, sie erklärte den Winter aus ihrer Sicht für beendet, „die Frühlingsbelebung setzt ein.“

Fast 6000 Unterbeschäftigte, die nicht in die Arbeitslosenzahl einfließen

Erwähnt sei auch die Rate der Unterbeschäftigung: 5974 Leistungsbezieher befinden sich derzeit in Fortbildungs- oder in Integrationsmaßnahmen und fließen so nicht in die Arbeitslosenquote ein, die Unterbeschäftigtenquote liegt bei 14,8 Prozent und ist im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozent angestiegen. „Arbeitsagentur und Jobcenter haben hier im vergangenen Jahr viel Geld in die Hand genommen, um Arbeitslosen eine Maßnahme zu ermöglichen“, sagte Jobcenter-Chef Frank Münkewarf dazu. Das Jobcenter konnte beispielsweise übers Jahr gesehen so 262 Arbeitslose abbauen.

 (Weiterlesen: Jobcenter – Mehr Mühe für Langzeitarbeitslose und Flüchtlinge) 

Rund 960 Geflüchtete ohne Job in Delmenhorst

Dass diese Zahl derart angestiegen ist, hatte er zuletzt unter anderem mit der Flüchtlingszuwanderung begründet: Laut Agentur sind derzeit 1410, 33,1 Prozent aller Arbeitslosen, Ausländer, davon sind 453 (10,6 Prozent) sind Geflüchtete. Hinzu kommen aber 511 arbeitssuchend gemeldete Flüchtlinge, die sich durch Sprach- oder Qualifizierungsmaßnahmen weitergebildet haben.

 (Weiterlesen: Flüchtlinge im Arbeitsmarkt – „Stehen vor großer Herausforderung) 

„Enormer Zuwachs“ an Leistungsbeziehern

Generell bezeichnete Münkewarf den Zuwachs an Regelleistungsberechtigten im Jobcenter übers Jahr gesehen als „enorm“. Diese Zahl ist um 622 auf 11.048 angestiegen. Das Gros bei diesem Zuwachs (120) ist nach Angaben des Jobcenter-Chefs mit der Zuwanderung von Flüchtlingen aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und von Osteuropäern zu begründen.