Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Viele neue Stellen Frühjahr belebt Delmenhorster Arbeitsmarkt

Von Frederik Grabbe | 31.03.2017, 17:43 Uhr

Die Zahl der Arbeitslosen in Delmenhorst ist im März leicht gesunken - zum ersten Mal nach Monaten. Besonders Außenberufe lassen derzeit die Stellen sprießen. Auch angehende Azubis haben gute Chancen, an eine Stelle zu kommen. Unterdessen lassen sich einige Flüchtlinge schwer in Weiterbildungen vermitteln.

Monatelang sind die Arbeitslosenzahlen in Delmenhorst gestiegen. Nun können die Agentur für Arbeit und das Jobcenter wieder positive Zahlen vermelden: Im März ist die Zahl der Menschen ohne Job um exakt fünf Personen gesunken. „Zwar ist dies eine leichte Verbesserung, aber immerhin eine Verbesserung“, sagt die Leitern der Agentur, Karin Kayser. Insgesamt waren im März in Delmenhorst 4.254 Menschen arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einer Quote von 10,8 Prozent. In Ganderkesee waren es 694 Arbeitslose registriert.

Außenberufe lassen die Stellen sprießen

Die positive Entwicklung ist laut Kayser dem Frühjahr zu verdanken. Besonders in den Außenberufen, also auf Baustellen oder im Garten- und Landschaftsbau, wurden Stellen besetzt. Hiervon profitierten insbesondere Männer, deren Arbeitslosigkeit um fast zwei Prozent sank. Die Belebung des Arbeitsmarkts lässt sich auch an den offenen Stellen ablesen: Allein im März sind 171 Stellen ausgeschrieben worden, derzeit sind 737 Jobs verfügbar. Eine generelle positive Tendenz im Arbeitsmarkt macht Kayser daran fest, dass dieser Wert um 168 Stellen über dem im März 2016 liegt.

Auszubildende im Handwerk und in der Pflege gesucht

 (Delmenhorster Arbeitsmarkt im Februar: Arbeitsmarkt macht Mut) 

Auch der Ausbildungsmarkt lässt aufhorchen: Zwar kommen derzeit 455 Bewerber auf 183 offene Ausbildungsstellen, im Vergleich zum Vorjahr gibt es aber weniger unversorgte Bewerber (-3,4 Prozent) und weniger unbesetzte Stellen (-15,3 Prozent). Kayser: „Das Ausbildungsangebot bietet viele Möglichkeiten, es gibt gute Chancen für einen Ausbildungsplatz für alle Schulabschlüsse. Bloß sollte man sich schon jetzt an uns wenden.“ Besonders das Handwerk und die Pflege hätten Ausbildungsstellen zu vergeben.

 (Weiterlesen: Jobcenter in Delmenhorst – Mehr Mühe für Langzeitarbeitslose und Flüchtlinge) 

Laut Jobcenter-Leiter Frank Münkewarf macht sich in den Zahlen noch immer der Flüchtlingszuzug bemerkbar. Dieser werde beispielsweise deutlich in der Zahl der arbeitslosen Ausländer (+ 137 auf 1156), bei den Bedarfsgemeinschaften (+182 auf 5538) oder bei den Regelleistungsberechtigten (+586 auf 11.093). Insgesamt sind beim Jobcenter 1740 Flüchtlinge registriert, von denen fast 660 noch immer ohne Deutschkenntnisse sind. Bei rund 200 sei durch Kriegstraumata oder Kinderbetreuung kein Deutschkurs möglich, 250 warteten weiter auf Kursplätze.

 (Weiterlesen: Flüchtlinge im Arbeitsmarkt in Delmenhorst – „Stehen vor großer Herausforderung“) 

Münkewarf berichtet zudem von schleppender Vermittlung in Maßnahmen, die über einen Sprachkurs hinausgehen. So habe es zum Beispiel einen Kombi-Kurs gegeben, der Sprachkenntnisse mit berufspraktischen Aufgaben verbinde. Hier hätten sich für 30 Plätze nur drei Personen gemeldet. „Vielen reicht ein Sprachkurs bei der VHS über vier Stunden am Tag aus“, so Münkewarf, „dafür nehmen sie sogar Sanktionen bei den Leistungen in Kauf“. Karin Kayser fügte hinzu, dass der Anteil der Bemühten deutlich höher sei. Weiterbildungsmöglichkeiten seien für jeden vorhanden. „Wir haben alle Möglichkeiten der Welt.“ 449 Flüchtlinge waren im März arbeitslos gemeldet, 548 weitere sind als arbeitssuchend geführt. Insgesamt beläuft sich die Zahl der arbeitslosen Ausländer auf 1428 (33,6 Prozent).