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Volksbank beschafft Nachschub Schließfächer in Delmenhorster Banken werden knapp

Von Jan Eric Fiedler, Jan Eric Fiedler | 14.12.2016, 07:28 Uhr

Immer mehr Menschen wollen ihre Wertsachen in ihrem Geldinstitut deponieren. Bei der LzO in Delmenhorst gibt keine kleineren Schließfächer mehr zu mieten.

Wo sind Wertsachen wirklich sicher? In Zeiten steigender Einbruchszahlen scheinen die eigenen vier Wände vielen Bürgern nicht mehr sicher zu sein. Die Zeiten des Schmuckverstecks im Kleiderschrank sind gezählt. Die Nachfrage nach Schließfächern in Banken steigt bundesweit an. In manchen Geldinstituten werden sie schon knapp – auch in Delmenhorst.

Schließfächer sind Magelware

„Kleine Schließfächer sind bei uns nicht mehr vorhanden“, teilt Gisela Mothes von der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) in Delmenhorst mit. Größere Schließfächer, die ab 67 Euro im Jahr zu mieten sind, seien aber noch zu haben. Einen Trend will Mothes aus ihren Zahlen aber nicht herauslesen. Die Volksbank Delmenhorst-Schierbrok verzeichnet dagegen ganz klar eine verstärkte Nachfrage: „Wir haben über 1200 Schließfächer in unseren Geschäftsstellen Mühlenstraße, Hansastraße und in Schierbrok. Insbesondere unsere kleinen Schließfächer werden stark nachgefragt. In der Mühlenstraße sind wir daher fast komplett ausgebucht“, teilt Volksbank-Sprecherin Katja von Elbwart mit. An der Hansastraße gebe es noch rund 30 freie Fächer, die meisten freien Schließfächer gebe es in der Geschäftsstelle Schierbrok. Deshalb reagiert die Volksbank jetzt: Laut von Elbwart werden für die Filiale an der Mühlenstraße aktuell neue Schließfächer beschafft.

Auslastung in der OLB bei 90 Prozent

Rund 1000 Schließfächer bietet die Oldenburgische Landesbank (OLB) in Delmenhorst an. Hier liegt die Auslastung laut Pressesprecher Timo Cyriacks bei rund 90 Prozent. In ihrem gesamten Verbreitungsgebiet bietet die OLB rund 20.000 Bankfächer an. „Die Auslastung ist unterschiedlich: Kleinere Filialen mit eher wenigen Schrankfächern sind häufig bis zu 100 Prozent belegt, in den großen Filialen mit mehr Kapazitäten sind dagegen üblicherweise immer einige Fächer frei“, berichtet Cyriacks. Besondere Auffälligkeiten bei der Nachfrage könne die Bank in den vergangenen Monaten nicht erkennen. „Betrachtet man die Entwicklung allerdings über einen längeren, mehrjährigen Zeitraum, so hat die prozentuale Auslastung ein wenig zugenommen“, erklärt Cyriacks. Dies habe mit dem Zukauf von Wertgegenständen wie Gold zu tun, möglicherweise auch mit Berichten zur Anzahl von Einbrüchen.

Polizei rät zu Kreativität

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist in Delmenhorst deutlich gestiegen: Von 152 Fällen im Jahr 2014 auf 250 in Jahr 2015 – ein Plus von 64,5 Prozent. Lediglich 30 Prozent der Taten konnten aufgeklärt werden. Häufig haben es die Täter auf Schmuck abgesehen. Dieser gehört laut Cyriacks neben Gold und wichtigen Dokumenten zu den Dingen, die Kunden gerne in den Schließfächern deponieren. „Schließfächer sind grundsätzlich sicherer, als die Wertgegenstände Zuhause zu lagern“, sagt Polizeisprecherin Melissa Oltmanns. Einbrecher würden die üblichen Verstecke für Bargeld und Schmuck kennen. „Wenn man Geld und Schmuck trotzdem Zuhause lagern muss, ist Fantasie gefragt“, so Oltmanns.