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Volkstrauertag in Delmenhorst Forderung nach Aufmerksamkeit für Menschenrechte

Von Jasmin Johannsen | 20.11.2017, 09:00 Uhr

Mit einer Kranzniederlegung und einer Gedenkstunde wurde gestern der Volkstrauertag in Delmenhorst begangen. An die Opfer von Kriegen erinnerten zwei Syrer, die von ihren persönlichen Erlebnissen berichteten.

„Vielleicht sollten wir in unserer Gesellschaft viel mehr über Frieden nachdenken.“ Mit diesen Worten begrüßte Oberbürgermeister Axel Jahnz am gestrigen Sonntagvormittag rund 60 Menschen, unter ihnen Vertreter der Politik und des öffentlichen Lebens, zur Gedenkstunde am Volkstrauertag in der Markthalle. Zuvor hatten der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und die Stadt Delmenhorst im Andenken der Opfer von Krieg und Gewalt Kränze am Ehrenmal auf dem Rathausplatz niedergelegt. Musikalisch begleitet wurden sie dabei durch den Posaunenchor des evangelisch-lutherischen Kirchenverbandes Delmenhorst.

Geflüchtete berichten über persönliche Erlebnisse

Im Fokus des diesjährigen Volkstrauertages stand das Thema „Krieg und Menschenrechte“. Zwei Geflüchtete aus Syrien berichteten in der Markthalle über ihre Erfahrungen im Kriegsgebiet und über die Verletzung ihrer Menschenrechte. „Keine Wohnung, keine Arbeit, keine Schule, keine Sicherheit“, so beschreibt Ahmad Almasri die Situation seiner Familie nach einem Bombenanschlag auf seine Heimatstadt Homs. Kurze Zeit nach diesem Erlebnis habe sich der Vater von vier Kindern dazu entschlossen über das Mittelmeer nach Europa zu fliehen. Seit einem Monat lebt nun auch seine Familie in Delmenhorst. „Ich bin dankbar, dass wir hier aufgenommen wurden“, erzählte Almasri.

Tod von Kollegen und Freunden erschüttert

Ebenfalls Zuflucht in Delmenhorst hat Mohamed Rasem Alghareeb gefunden. Der 27-Jährige arbeitete in Syrien als Journalist und berichtete kritisch über das Regime und verschiedene Milizen. Mehrmals habe er den Tod von Kollegen und Freunden miterlebt. „Ich hoffe, dass niemand hier das erleben muss, was ich erlebt habe“, meinte Alghareeb.

Totengedenken bildet Abschluss

Das von Bürgermeister Hermann Thölstedt gesprochene Totengedenken bildete den Abschluss der Gedenkstunde.