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Von 1000 bis 200.000 Euro EU greift Delmenhorster Landwirten unter die Arme

Von Britta Buntemeyer | 26.06.2015, 20:00 Uhr

Delmenhorst/Landkreis Auch Gemeinden, Stadtwerke oder Umweltzentren können von EU-Agrarfonds profitieren. Die Förderung kann bis zu 40 Prozent des Gewinns eines Betriebs ausmachen.

6,2 Milliarden Euro aus zwei Agrarfonds der Europäischen Union fließen zwischen 2014 und 2020 jährlich in landwirtschaftliche Betriebe sowie an weitere Akteure wie Umweltzentren oder Kommunen, die damit etwa ökologischen Landbau oder Hochwasserschutz unterstützen. Auch Delmenhorster und Ganderkeseer Betriebe und Akteure (etwa das RUZ Hollen) profitieren von den EU-Agrargeldern. Von 1000 bis 200.000 Euro reichen die Summen, die zwischen Oktober 2013 und 2014 gezahlt wurden. Damit werden laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung Umweltleistungen der Landwirte wie Klimaschutzmaßnahmen, Schutz des Bodens vor Erosion oder eine Verbesserung des Gewässerschutzes. Die EU-Fonds fördern unter anderem auch die Stadtwerke Delmenhorst, deren Maßnahmen etwa Gewässer und Biotope erhalten und gestalten oder den Lebensraum von heimischen Tier- und Pflanzenarten sichern.

Seit mehreren Jahrzehnten greift die Agrarpolitik der EU den Landwirten unter die Arme. „Die Förderung kann bis zu 40 Prozent des Gewinnanteils eines Betriebs ausmachen“, weiß Jürgen Seeger, Vorstandsvorsitzender des Kreisverbands Oldenburg im Niedersächsischen Landvolk. Allerdings komme es auch immer auf den Betrieb und dessen Standort an. Eine Förderung in Delmenhorst sei schon deshalb wichtig, weil aufgrund von Überschwemmungsgebieten die Möglichkeiten von Bewirtschaftung eingeschränkt seien.

Um Gelder zu beantragen, müssen die Landwirte laut Seeger bis zum 15. Mai des laufenden Jahres ihre Flächen beschreiben und können auch eine Beratung in Anspruch nehmen. Per Satellit könne überprüft werden, ob die Angaben auch wirklich stimmen. „Alle Flächen sind digitalisiert“, erklärt Seeger. „Gelbe Ränder zeigen an, wo Flächen bewirtschaftet sind.“ Wieviel Geld wohin fließt, das sei von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. „Es kommt auf das Ertragsniveau an und wo benachteiligte Gebiete sind“, so der Fachmann. Klar ist: Die EU legt bei ihrer Förderung heutzutage mehr Wert auf Umwelt- und Klimaschutz. Und in einer zweiten Säule können neben Landwirten mittlerweile eben auch Gemeinden oder Landkreise Gelder beantragen. „Diese werden zum Beispiel für Radwege oder eine Dorferneuerung verwendet“, weiß Seeger.

Ebenfalls viel Wert legt die EU auf Transparenz. Seit dem 1. Juni ist im Internet einsehbar, wieviel Geld an welchen Empfänger fließt. Gutheißen mag Seeger dies nicht. „Die Summe hat ja auch immer etwas mit den Flächenzahlen zu tun. Und ich schaue ja auch nicht nach, wieviel ein Polizist bekommt.“