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Von Bach bis Forrest Gump Musikschule Delmenhorst begeistert mit Konzert

Von Alexander Schnackenburg | 13.12.2015, 15:37 Uhr

Weihnachtskonzert, Leistungsschau und „Materialschlacht“ zugleich: Die Musikschule präsentierte sich ihrem Publikum am Samstag in personeller und stilistischer Vielfalt.

Das Publikum hatte es leicht. Am Ende des großen Weihnachtskonzerts der Musikschule im ausverkauften Kleinen Haus galt es zwar mitzusingen, allerdings „nur“ „Es ist ein Ros’ entsprungen...“ und „O du fröhliche...“ – die wohl einfachsten Stücke des Nachmittags. Eine gewisse Erleichterung ob der dankbaren Aufgabe stand manch Konzertbesucher ins Gesicht geschrieben.

Insgesamt 85 Mitwirkende auf der Bühne

Denn die Schüler der MSD (Musikschule der Stadt Delmenhorst) hatten es sich zuvor alles andere als leicht gemacht. Ihr Konzert, in dem insgesamt 85 Musiker mitwirkten, hatte Züge einer Leistungsschau. Ob das Schlagzeugensemble aus der Klasse Andreas Pfeifers, die Streicherkreise unter der Leitung von Cornelia Renz oder auch die Bigband „Westsidechillers“ unter Annett Becker-Edert: Sie alle demonstrierten dem Gast eindrucksvoll, was sie können, spielten von Bach und Purcell bis zu Alan Silvestris „Feather Theme“ aus dem Filmklassiker „Forrest Gump“ schier „alles“.

Die Kleinsten eröffneten den großen Reigen

Für den Auftakt sorgten, gemäß der MSD-Tradition, die Kleinsten: Der Streicherkreis I stimmte das Publikum herzerwärmend mit „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ auf den Nachmittag ein. Nach und nach „wuchsen“ nicht nur die Musiker auf der Bühne, sondern auch die Instrumente. Musikschulleiter Michael Müller, der die vielen Wechsel und Umbauten zur charmanten Moderation nutzte, sprach gar von einer „Materialschlacht“. Tatsächlich kann wohl nur eine Musikschule zu ein- und demselben Konzert „nebenbei“ mit einem Flötentrio, einem Harfen- und Gitarrenensemble sowie mit einem Schlagzeug-Ensemble auftrumpfen – zusätzlich zu den Pianisten, Streichern und Bläsern.

Marimbaphon als Star unter den Instrumenten

Als „Star“ unter all den Instrumenten entpuppte sich bald das Marimbaphon, volkstümlich gesprochen so etwas wie die sehr große Schwester des Vibraphons und mit entsprechend üppigem Klang gesegnet. Das Schlagzeug-Ensemble spielte, unter anderem auf diesem Marimbaphon, „Jingle Bells“: ein Hochgenuss.

Es ließen sich noch viele andere Beispiele für gekonnte Darbietungen an diesem Nachmittag heraus greifen. Die Musikschule bildet eine, vielleicht sogar die stärkste Säule des kulturellen Lebens in Delmenhorst. Zugleich fördert sie den Gemeinsinn und den sozialen Zusammenhalt junger Menschen. Nicht zuletzt die Politik tut gut daran, sich dessen bewusst zu sein – auch und gerade dann, wenn der städtische Haushalt wieder einmal auf dem Prüfstand steht.