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Von Schirachs Erfolgsstück „Terror“ auf der Bühne des Kleinen Hauses Delmenhorst

Von Marco Julius | 29.12.2016, 07:38 Uhr

Mit dem Erfolgsstück „Terror“ kommt das Euro-Studio Landgraf nach Die Zuschauer werden in den Fortgang des Stückes eingebunden.

Darf der Staat zur Terrorabwehr töten? Dieser Frage geht das Euro-Studio Landgraf am Sonntag, 15. Januar, um 20 Uhr im Kleinen Haus nach, wenn es die Theaterfassung von Ferdinand von Schirachs „Terror“ auf die Bühne bringt. Der Stoff, der auch als Film erst kürzlich reich Diskussionsstoff lieferte, wirft viele Fragen auf.

Horror-Szenario

Zur Story: Major Lars Koch, Kampfjetpilot der Bundeswehr, steht vor Gericht. Angeklagt ist er des 164-fachen Mordes. Was ist passiert? Am 26. Mai 2013 erhält Koch den Befehl, einen voll besetzten, von Terroristen gekaperten Airbus vom Kurs abzudrängen, was ohne Erfolg bleibt. Ziel der Terroristen ist es, den Airbus in die ausverkaufte Münchner Allianz-Arena stürzen zu lassen, in der 70.000 Zuschauer dem Länderspiel Deutschland gegen England entgegenfiebern. Koch entscheidet sich eigenmächtig, das Passagierflugzeug abzuschießen, um die Fußball-Fans zu retten. Alle 164 Airbus-Insassen sterben. Ist Koch schuldig, weil er 164 Menschen zum Objekt gemacht hat und damit deren Rechte und Menschenwürde verletzte?

Zuschauer eingebunden

Darüber muss auch das Publikum nach bestem Wissen und Gewissen, wie es im deutschen Richtergesetz heißt, urteilen. Jeder Zuschauer darf in einer kleinen Pause abstimmen, ob Lars Koch unschuldig ist oder schuldig gesprochen werden soll. Danach entscheidet sich, wie das Theaterstück weitergeht. Plädiert der überwiegende Teil des Publikums für schuldig, wird die Schuldig-Variante gespielt, hält die Mehrheit Koch für unschuldig, kommt diese Begründung des Richterspruchs zur Aufführung.

In der Rolle des Vorsitzenden Richters ist Johannes Brandrup („Cobra 11“) zu sehen. Lars Koch wird von Christian Meyer gespielt. In weiteren Rollen treten Christoph Schlemmer, Annett Kruschke, Peter Donath und Tina Rottensteiner auf. Regie führt Thomas Goritzki. Für die Ausstattung ist Heiko Mönnich verantwortlich.

Es scheint so, als hätte der vielfache Bestsellerautor Ferdinand von Schirach („Verbrechen“, „Schuld“, „Die Würde des Menschen ist antastbar“), dessen Werke inzwischen in über 35 Ländern zu Bestsellern wurden und dessen Roman „Der Fall Collini“ sogar in einigen Bundesländern zum Abiturstoff gehört, nun auch den Bühnenbestseller der Theatersaison geschrieben. Gleich zwei große Staatstheater haben sich die Rechte gesichert.

Karten ab 22 Euro

Karten für die Theateraufführung von „Terror“ gibt es ab 22 Euro bei der Konzert- und Theaterdirektion. Weitere Informationen sind dort unter der Telefonnummer (04221) 16565 erhältlich.