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Von Super-Acht bis VHS Delmenhorster rettet Filme ins digitale Zeitalter

Von Johannes Giewald, Johannes Giewald | 18.08.2016, 10:38 Uhr

Manfred Dührkop hat zahlreiche Aufnahmen aus vergangenen Tagen für das digitale DVD-Format aufgearbeitet. Für viele Aufnahmen kam diese Rettung in nahezu letzter Sekunde.

Das Schulleben von 1951 bis 1954, die deutsche Turnspielmeisterschaft von 1962 oder ein Filmprojekt der Hauptschule von 1976: Ereignisse, die sich heute nur noch in den Köpfen der Delmenhorster abspielen oder vielleicht schon ganz in Vergessenheit geraten sind. Fotos, Film- und Tonaufnahmen von damals lassen sich auf den heutigen, modernen Abspielgeräten gar nicht mehr anschauen.

Manfred Dührkop, langjähriger Leiter der Stadtbildstelle Delmenhorst, digitalisiert seit fünf Jahren zahlreiches stadtgeschichtliches Material. So lassen sich diese Aufnahmen nun auch als DVD abspielen.

Knapp 250 DVDs hat Dührkop seit 2011 erstellt. Vorwiegend handelt es sich dabei um Filmmaterial. „Es hat sich im Laufe der Zeit summiert und es ist noch nicht zu Ende“, erklärt Dührkop. Bei den Aufnahmen handelt es sich unter anderem um sportliche Ereignisse, Theater- und Musikauftritte oder schulische Ereignisse, wie Unterrichtsprojekte, Feste oder politisch motivierte Aktionen.

Das Material kam durch Spenden zusammen oder wurde von Institutionen gekauft. Einiges von dem Material hat er selbst gefilmt. Die ältesten Aufnahmen sind von 1917. Zuletzt kam Dührkop über einen Nachlass an eine große Auswahl an Filmmaterial. Oft treten Menschen mit alten Aufnahmen an ihn heran. Damit solche beispielsweise aus Nachlässen nicht einfach entsorgt werden, wirbt er offen dafür.

Analoges Material kurz vor dem Verfall

Die heimatgeschichtlichen Aufnahmen waren auf unterschiedlichen Formaten gespeichert, vom Dia bishin zu Super-8 und 16-Millimeter-Filmrollen. An einigem Material habe der Zahn der Zeit spürbar genagt. Besonders das Trägermaterial der VHS-Kassetten sei über die Jahre stark in Mitleidenschaft gezogen worden. So habe Dührkop durch die Digitalisierung manche Aufnahmen gerade noch retten können, bevor die alten Kassetten vollständig dem Alter verfielen. Das Problem sei dabei, ass einige VHS-Kassetten noch heute in gutem Zustand seien, andere aber bereits nach wenigen Jahren unbrauchbar wären.

„Das Filmmaterial, was wir haben, wird immer wieder gerne angesehen. Gerade ältere Menschen erinnern sich gerne und sagen, guck mal, da sind wir zur Schule gegangen“, erklärt Dührkop. Altes Material würde unter der wiederholten Vorführung leiden, daher galt es, die Filme zu digitalisieren, um ihren Bestand zu wahren.

Einige Bildaufnahmen hätten eine deutlich verminderte Qualität, mit unscharfen Aufnahmen muss daher gerechnet werden. Die Tonaufnahmen dagegen hätten die Jahre schon besser überstanden, auch wenn es in einigen Aufnahmen hier und da zu Aussetzern kommt. Schnittmängel in den analogen Aufnahmen ließen sich in den digitalisierten Fassungen nicht mehr beheben. Bei der Digitalisierung arbeitet Dührkop mit einer Firma aus Schwanewede zusammen. „Die können jedes beliebige Format, das es auf der Welt gibt, in jedes andere Format umkopieren“, sagt Dührkop.

Im Katalog der Stadtbücherei ausleihbar

Wer die Erinnerung von früher mit den DVDs aufleben lassen will, kann sich das Material mit einem gültigen Leserausweis und einer zusätzlichen Medienberechtigung in der Stadtbücherei ausleihen. „Da ist es recherchierbar, die Sachen haben wir im Katalog. Wenn man etwas sucht, kann man da nachgucken“, sagt Manfred Dührkop. Für Schulen und öffentliche Einrichtungen gelten die Ausleihbedigungen des Medienpädagogischen Zentums Delmenhorst (mpz), ehemals Stadtbildstelle.

Zu finden sind die heimatgeschichtlichen Filme in den digital verfügbaren Katalogen der Stadtbücherei im Internet. Dort sind die Daten in die Delmenhorster Bibliografie ebenfalls eingearbeitet worden.