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„Vorschießen“ für Silvester Polizei beendet Probe-Feuerwerk in Delmenhorst

Von Michael Korn | 12.12.2016, 18:53 Uhr

Rund 1000 Besucher wohnten der Verkaufsschau für Silvesterböller am Hamburger Weg bei. Viele Anwohner klagten über Lärmbelästigung und Verkehrschaos. Eine Genehmigung war nicht erforderlich.

Das sonntägliche Probe-Feuerwerk einer Einzelhandelsfirma am Hamburger Weg im Stadtosten hat große Aufregung bei Anwohnern und in den sozialen Medien ausgelöst: Die Polizei beendete das pyrotechnische Spektakel am Sonntagabend gegen 19.45 Uhr, weil die Firma die von 18 bis 19 Uhr erlaubte Zeitspanne um eine dreiviertel Stunde überzogen hatte, teilte ein Sprecher mit. Zahlreiche Bürger hatten sich über das lautstarke Feuerwerk sowohl bei der Polizei als auch bei der Stadt beschwert. Nach Veranstalterangaben hatten rund 1000 potenzielle Kunden der Verkaufsschau beigewohnt, sodass es auch verkehrstechnisch einige Probleme gab.

„Keine Genehmigungspflicht“

Auf Nachfrage teilte die Stadtverwaltung mit, dass es sich „nicht um eine genehmigungspflichtige Verkaufsveranstaltung, sondern um eine Werbeveranstaltung“ gehandelt habe. Der Betreiber des Feuerwerkes, ein gewerblicher Pyrotechniker, habe die Veranstaltung dem Fachdienst Veterinär- und Ordnungswesen, angezeigt. Das Feuerwerk habe abgebrannt werden dürfen, ohne dass eine sprengstoffrechtliche Genehmigung vorlag. Die Stadt sei auch nicht vor Ort gewesen, um den Lärmpegel zu messen. Vor allem aber wegen der Geräuschkulisse der explodierenden Batterien an einem Sonntagabend hatten sich viele Anwohner bei den Behörden beschwert. Bei Facebook gab es ein geteiltes Meinungsbild: Viele verstehen die Aufregung nicht, andere beklagten die fehlende Kontrolle durch die Stadt.

Nächstes Jahr am Stadtrand?

Gegenüber unserer Redaktion sagte Christoph Pawlowski vom Veranstalter Postenhandel Nord, er habe ein gewisses Verständnis über unzufriedene Reaktionen wegen der Lautstärke. Allerdings könne man es nicht allen recht machen und das „Vorschießen“ sei schließlich ausreichend angekündigt worden über Zeitungsanzeigen, Wurfzettel und Facebook. Die zeitliche Überschreitung sei aus Sicherheitsgründen nicht vermeidbar gewesen, weil wegen teils böigem Wind mit der Zündung mancher Batterien gewartet werden musste. Den Sonntag habe man als Veranstaltungstag ausgewählt, weil die Besucher dann mehr Zeit hätten, insbesondere auch die Beschäftigten aus dem Einzelhandel. Pawlowski bekräftigte, im nächsten Jahr möglicherweise auf einen anderen Veranstaltungsort am Stadtrand auszuweichen, allein schon wegen des Parkplatzangebots.