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Vorstellung Ende September Vier neue Varianten für Ex-Hertie-Haus in Delmenhorst

Von Thomas Breuer | 10.07.2018, 20:00 Uhr

Die Erste Projektentwicklungsgesellschaft der Deutschen Immobilien-Holding (DIH) will für das von ihr gehaltene ehemalige Hertie-Gebäude im Sommer vier alternative Planungen samt Kostenschätzung erarbeiten.

Sie sollen den politischen Gremien Ende September vorgestellt werden. Angedacht sei ein Mix aus Gewerbe, Wohnen und Büroflächen in unterschiedlichen Konstellationen. So habe es der DIH-Aufsichtsratsvorsitzende Werner Uhde kürzlich in einem Gespräch mit Oberbürgermeister Axel Jahnz zugesichert, teilte die Stadtverwaltung am Dienstagnachmittag mit.

Aus für die Kaufhaus-Pläne

Dieser Schritt ist gleichbedeutend mit dem Aus für die lange verfolgten Pläne, die Immobilie wieder als Kaufhaus an den Markt zu bringen. „Herr Uhde hat erklärt, dass sich trotz intensiver Bemühungen aus verschiedenen Gründen offensichtlich kein Ankermieter finden lässt“, lässt sich Jahnz zitieren. Und weiter: „Damit lassen sich auch die Vereinbarungen im städtebaulichen Vertrag nicht umsetzen.“ Jahnz halte es insgesamt „für überaus sinnvoll, andere Möglichkeiten als die Revitalisierung als Kaufhaus zu prüfen“.

Was lässt städtebaulicher Vertrag zu?

Nach einer Vorstellung der möglichen Varianten soll der Investor mit Politik und Verwaltung abstimmen, in welche Richtung sich die Planungen fortsetzen lassen. Parallel zu den neuen Anstrengungen der DIH werde die Stadtverwaltung prüfen, welche Anpassungen des städtebaulichen Vertrags die Förderbedingungen zulassen.

Erst vor drei Wochen hatte der Verwaltungsausschuss einen Beschluss zum umstrittenen Parkdeck Am Vorwerk vertagt, das Uhde zwischenzeitlich massiv eingefordert hatte. Man gehe bei Hertie „zurück zum Nullpunkt“, hatte Jahnz seinerzeit vor der Presse gesagt. „Das Ding ist nicht tot“, stellte er fest. „Wir setzen jetzt alles auf Anfang.“ Das Thema Parkdeck solle erst wieder aufgenommen werden, wenn ein neues Konzept für die Immobilie vorgelegt werden kann.

Zuletzt ist Woolworth abgesprungen

Den mutmaßlich letzten Rückschlag bei der Belebung der Hertie-Immobilie als Kaufhaus hatte Uhde Anfang April hinnehmen müssen. Da war Woolworth als potenzieller Mieter abgesprungen, der bis zu 1600 Quadratmeter Fläche belegen sollte. Das Unternehmen will sich nun im Jute-Center ansiedeln, wobei dies wegen eines dort geplanten großen Umbaus erst Ende 2019 konkret werden dürfte.

„Wir wollen etwas bewegen und werden etwas bewegen“, hatte Uhde diese Entwicklung kommentiert. Drei kleine Ansiedlungen bezeichnete er als wahrscheinlich, sollte der Ankermieter endlich feststehen.

Bald zehn Jahre Leerstand

Im Frühjahr 2019 wird es zehn Jahre her sein, das Hertie seinen Türen an der Langen Straße für immer geschlossen hat.