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Vortrag am Josef-Hospital Delmenhorst Welche Behandlungsmethoden es bei Fehlstellungen der Füße gibt

Von Marco Julius | 07.05.2019, 18:49 Uhr

Wie kann man Fehlstellungen der Füße vorbeugen und welche Behandlungsmethoden gibt es? Diese und weitere Fragen beantwortet Oberärztin Dr. Anne Kathrin Rucktäschel am Delmenhorst, 9. Mai, im Rahmen der Patientenvortragsreihe des Josef-Hospitals

Schon die Namen klingen nach Schmerz: Spreizfuß, Sichelfuß oder Knick-/Senkfuß. Dr. Anne Kathrin Rucktäschel, Oberärztin der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, will in der nächsten Folgen der Patientenvortragsreihe im Josef-Hospital Delmenhorst (JHD) am kommenden Donnerstag, 9. Mai, aufklären. Der Titel des Abend lautet: „Fehlstellungen der Füße – Welche Behandlungsmethoden gibt es?“. Füße sollen uns schließlich durchs ganze Leben tragen – und das möglichst schmerzfrei.

Mehr Barfuß laufen

Rucktäschel will in ihren Ausführungen deutlich machen, dass eine Operation bei Fußfehlstellungen erst das letzte Mittel der ärztlichen Wahl ist. „Zunächst einmal ist folgende Faustregel festzuhalten: etwa ein Drittel der Fußfehlstellungen bei Erwachsenen ist genetisch bedingt, der Rest wird im Laufe des Lebens erworben“, sagt die Medizinerin. Die Hauptursache für den überwiegenden Teil ist schnell benannt: „Es ist unser Lebensstil“, sagt Rucktäschel. „Wir laufen nahezu immer in festen Schuhen, meist auf harten ebenmäßigen Böden. Der Fuß wird dabei kaum gefordert und oft falsch belastet.“ Die Oberärztin hat einen Tipp parat, um Fehlstelllungen zu vermeiden: „Wir müssen unsere Füße mehr nutzen, die Muskulatur aufbauen. Barfuß laufen hilft. Zum Beispiel am Strand.“ Der Fuß dürfe nicht immer in einen engen Schuh gezwängt sein. Zudem gebe es Übungen, mit den die Fußmuskulatur gestärkt werden könne. Wichtig sei aber: „Hat man bereits Schmerzen, sollte man vorsichtig sein. Dann sollte der erste Weg zum Arzt führen.“

Übungen können helfen

Der Orthopäde könne mit Einlagen und Schienen helfen, Schmerzen zu lindern oder zu nehmen. „Man läuft dann quasi nicht mehr auf der Felge“, sagt Rucktäschel. Hauptdruckpunkte könnte so beim laufen entlastet werden. Die Fußmuskulatur müsse aber auch in diesem Falle mit speziellen Übungen gestärkt werden.

Sind die Schmerzen chronisch und lassen sich auch durch Einlagen oder Schienen nicht erträglich gestalten, hier entscheide vor allem der Patient selbst, dann sei eine Operation das Mittel der Wahl. „Viele Eingriffe sind dabei minimalinvasiv möglich, das heißt, es gibt keinen großen Schnitt und keine große Narbe“, sagt die Oberärztin. Rucktäschel wird in ihrem Vortrag auch darauf hinweisen, dass es mitunter nicht bei einer Operation bleibt, wenn der Patient nach dem Eingriff nicht richtig mitmacht. „Der beste operative Eingriff hilft nicht, wenn die Fußmuskulatur anschließend nicht gestärkt wird,“

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Zur Sache

n Die kostenlose Vortragsreihe „Gesund in Delmenhorst“ richtet sich an interessierte Bürger aus Delmenhorst und Umgebung. Die Vorträge finden jeden zweiten und vierten Donnerstag im Monat von 18 bis 19 Uhr im Besucher Café (el Diá) am Josef-Hospital Delmenhorst statt. Als kleine Stärkung gibt es für Besucher kostenlose Brezeln und Getränke. Der Eintritt ist stets frei. Eine Anmeldung zu dieser Veranstaltung ist nicht erforderlich.

Durch die enge Verzahnung von JHD und MVZ sieht Rucktäschel eine sehr gute Versorgung von Patienten in Delmenhorst. Vor- und Nachsorge, ambulante und stationäre Operationen – kurze Wege zum Wohle der Patienten seien gegeben. Im Anschluss an den Vortrag steht die Expertin für weitere Fragen rund um das Thema Fußfehlstellungen zur Verfügung.