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Vortrag im Josef-Hospital Delmenhorst Gegen welche Erkrankungen man sich impfen lassen sollte

Von Marco Julius | 23.01.2019, 08:23 Uhr

Aber wann und gegen welche Erkrankungen sollte man sich impfen lassen? Diese und weitere Fragen beantworten Dr. Klaus Gutberlet, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Dr. Matthias Viemann, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Josef-Hospital Delmenhorst, am Donnerstag, 24. Januar, in der Patientenvortragsreihe des Josef-Hospitals

Impfmaßnahmen schützen vor schweren Krankheiten, die häufig mit Komplikationen verbunden sind und für die es teilweise auch heute noch keine geeignete Therapie gibt. Da sind sich Experten einig. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass jährlich weltweit das Leben von ungefähr drei Millionen Menschen durch Impfungen gerettet wird.

Aber wann und gegen welche Erkrankungen sollte man sich impfen lassen? Diese und weitere Fragen beantworten Dr. Klaus Gutberlet, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Dr. Matthias Viemann, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Josef-Hospital Delmenhorst, am Donnerstag, 24. Januar, in der Patientenvortragsreihe des Josef-Hospitals Delmenhorst.

Möglichst früh impfen

Viemann und Gutberlet erklären in ihrem Vortrag ausführlich, warum man sich impfen lassen sollte und welche Impfungen in welchem Lebensalter empfohlen werden. Im Anschluss an den Vortrag stehen die Experten für weitere Fragen rund um das Thema Impfungen zur Verfügung.

„Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Vermeidung oder Verzögerung von Impfungen in die Liste der globalen Gesundheitsbedrohungen aufgenommen. Aus der Sicht der Experten geht von Impfgegnern damit ein ähnlich großes Risiko für die weltweite Gesundheit aus wie von Ebola, Antibiotikaresistenzen und Luftverschmutzung“, sagt Gutberlet.

Der Chefarzt macht sich daher für Impfungen stark. Geimpft werden sollte laut Gutberlet möglichst frühzeitig und dann in jedem Lebensalter.: „Der Säugling ,kennt‘ die Krankheiten noch nicht. Impfungen bieten Schutz vor Kinderkrankheiten und vermindern die Kindersterblichkeit.“

Auch Erwachseneimmer noch bedroht

Auch Erwachsene seien immer noch bedroht. Wundstarrkrampf und Masern nennt Gutberlet exemplarisch. Im Alter lasse der Impfschutz zudem nach. Impfungen seien auch für Senioren wichtig, da die Abwehrkraft mit zunehmendem Alter generell sinke.

„Mit im Moment 14 Standard- oder Regelimpfungen haben Kinder und Erwachsene einen bestmöglichen Schutz vor vielen Erkrankungen. Das körpereigene Abwehrsystem (Immunsystem) lernt in den ersten Jahren jeden Tag tausende neue Fremdstoffe kennen und wird so zum reifen Immunsystem des Erwachsenen“, erläutert Gutberlet.

Nebenwirkungen gut bekannt

Eine Angst vor Überforderung des Immunsystems sei wissenschaftlich nicht begründet. „Nebenwirkungen sind sehr gut bekannt und in den meisten Fällen leicht wie vorübergehend gering erhöhte Temperatur“, sagt der Mediziner.

„Impfungen – zum Beispiel gegen Masern – retten heutzutage viele Menschenleben. Jedes Jahr erkranken in Deutschland wieder über tausend Menschen, die nicht geimpft sind, an Masern. Jedes Jahr sterben Menschen in Deutschland unnötigerweise an Masern“, sagt Gutbelet. Aus seiner Sicht ist daher völlig klar: „Impfungen sind eine der wichtigsten Errungenschaften unseres Gesundheitssystems und sind sehr gut verträglich.“

Fragen aus dem Publikum

Die „Impfmüdigkeit“ in den Industriestaaten bereite große Schwierigkeiten. „Es gibt teils irrationale Vorbehalte gegen Impfungen“, sagt der Chefarzt. In ärmeren Ländern fehle hingegen oft der Zugang zu Impfungen. Dort gebe es auch Vorbehalte gegen „westliche Medizin“.

Innerhalb des Patientenvortrags am Donnerstag werden einzelne Impfungen besprochen, es können auch spezielle Fragen aus dem Publikum beantwortet werden, betonen Gutberlet und Viemann.