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Vorurteile abbauen Delmenhorster Moscheen öffnen für den Dialog

Von Marco Julius | 05.10.2015, 09:44 Uhr

Besucher konnten sich jetzt ein Bild von den Delmenhorster Moscheen machen. Die drei Islamischen Gemeinden öffneten ihre Türen.

Delmenhorst. Die Islamischen Gemeinden in Delmenhorst (IGD) haben sich am Samstag am bundesweiten Tag der offenen Moschee beteiligt und so Einblicke in ihre Gemeinden ermöglicht und den Austausch gesucht. Der Tag der offenen Moschee stand in diesem Jahr unter dem Motto „Junge Muslime in Deutschland – motiviert, engagiert, aktiv“.

Ehrenamt würdigen

„Unsere unzähligen ehrenamtlich aktiven jungen Muslime erfahren mit diesem Tag eine öffentliche Würdigung“, sagte Zafer Ciftci, Vorsitzender der Islamischen Gemeinde Mevlana an der Breslauer Straße. Der Tag sei aber auch dazu gedacht, den Dialog mit Menschen anderer Religionen zu suchen. „Nur wer sich austauscht, kann Vorurteile abbauen“, machte Ciftci deutlich.

Das unterstreicht auch Cengiz Gültepe. Der zweite Vorsitzende der Türkisch Islamischen Gemeinde zu Delmenhorst (DITIB) am Bienenschauer sagte: „Der einzige Weg um Vorurteile abzubauen, ist es, ständig im Dialog zu bleiben.“ Auch deswegen führe man gerne Menschen durch die eigene Moschee. „Geheimnisse haben wir nicht“, bekräftigte Gültepe.

Für den Dialog setzt sich auch Ahmet Özbal, Imam des Delmenhorster Integrations- und Bildungsvereins (DIBV), ein. Er führte am Samstag Besucher durch die Moschee an der Bremer Straße. „Wir freuen uns über jeden der kommt. Unsere Moschee steht Besuchern 365 Tage im Jahr offen.“

Noch mehr Resonanz erwünscht

Alle drei Islamischen Gemeinden in Delmenhorst wünschen sich für kommende Tage der offenen Moscheen allerdings noch mehr Besucher. „Der Tag wird gut angenommen, aber es dürften noch weit mehr Menschen unser Angebot nutzen. Wir setzen auf den Dialog“, sagte Ciftci.

Anlaufstelle für Flüchtlinge

Die drei Delmenhorster Moschee-Gemeinden leisten derzeit auch ihren aktiven Beitrag zur Integration von Flüchtlingen, etwa mit Spenden wie zuletzt beim Opferfest (wie berichtet). Vor allem in die Mevlana-Moschee kommen bereits viele Flüchtlinge zu den Abendgebeten. „Wir sind auch eine Anlaufstelle und bieten Hilfe in allen Lebenslagen“, sagte Ciftci. Auch in die DITIB-Moschee am Bienenschauer und vereinzelt auch zum DIBV kommen Flüchtlinge islamischen Glaubens, auch wenn es zuweilen sprachliche Barrieren gebe.