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Vorverkauf beginnt am Montag Clivia: Delmenhorster Musikschule im Operetten-Fieber

Von Alexander Schnackenburg, Alexander Schnackenburg | 05.08.2016, 20:01 Uhr

Mit „Clivia“ von Nico Dostal spielt das Musiktheater-Ensemble der Musikschule Delmenhorst eine „freche“ und „schicke“ Operette. Michael Müller gibt die Titelrolle in Frauenkleidern.

Es gebe zweifellos ganz fürchterliche Operetten, aber eben auch solch „schicke“ wie „Clivia“, sagt Michael Müller. Der Leiter der Musikschule Delmenhorst (MSD) findet diese Operette von Charles Amberg und Franz Maregg mit der Musik von Nico Dostal sogar so schick, dass er sie für das diesjährige, insgesamt 33. Musiktheater-Projekt der Musikschule ausgewählt hat. Die Premiere steigt am Freitag, 26. August, um 19.30 Uhr im Kleinen Haus.

Die Operette auf die Schippe nehmen

Müllers Liebe zu „Clivia“ rührt auch daher, dass das Werk „schön frech“ sei, erklärt er. Wohne diesem Hauptwerk Dostals von 1933 bereits in seiner ursprünglichen Fassung eine feine, das Genre der Operette dezent auf die Schippe nehmende Ironie inne, so habe Kai Tietje diesen fast satirischen Charakter des Stücks für die Komische Oper Berlin fortgesponnen. Müller ist sehr glücklich darüber, dass es ihm gelungen ist, für eben diese Fassung des Werks den Zuschlag und natürlich die Noten aus der Komischen Oper bekommen zu haben. In der Bearbeitung Tietjes sei „Clivia“ reich an Percussion, auch habe der Komponist die Chöre Dostals erweitert. So gebe es nunmehr gar neunstimmige Passagen. (Weiterlesen: Delmenhorster Musikschule proben Operette)

Putsch in einer Bananenrepublik

Auch thematisch darf sich das Publikum auf allerhand gefasst machen: „Clivia“ spielt in einer fiktiven Bananenrepublik und vor dem Hintergrund eines Putsches. Unter diesen Vorzeichen versucht ein Investor das Vermögen, welches er in das Land gesteckt hat, zu retten – und initiiert zur Tarnung einen Filmdreh, für dessen Realisierung er gar die Hauptdarstellerin, Clivia Gray, mit einem Einheimischen verheiratet.

Musikschul-Chef spielt Schauspielerin

Die Titelrolle der „Clivia“ verkörpert Michael Müller höchst persönlich - auf acht Zentimeter hohen Stöckelschuhen und mit Prothesen um die Hüften: also als Frau kostümiert. Alles in allem wirken gut 35 Akteure auf der Bühne mit, hinzu kommt das 32-köpfige Orchester unter der Leitung Adrian Rusnaks. (Rückblick: Musikschule bringt Anatevka auf die Bühne)

Adrian Rusnak wird Nachfolge Hainer Dutjers antreten

Apropos Rusnak, apropos Orchester: Seit wenigen Tagen ist amtlich, dass der 30-jährige als Nachfolger Hainer Dutjers künftig fest für die MSD arbeiten und dort Dirigieren sowie das Klavierspielen unterrichten wird. Außerdem konnte Michael Müller ihn für die musikalische Früherziehung gewinnen. Als eine seiner ersten Amtshandlungen hat Rusnak das Musikschul-Orchester in „Städtisches Orchester Delmenhorst“ umbenannt. Neben Schülern der Musikschule spielen in diesem Orchester auch Musik-Studenten aus Bremen, Rostock, Hannover und Hamburg. Rusnak möchte mit diesem Klangkörper auch sinfonische Konzerte einstudieren.

Clivia-Termine im August und September

Zunächst aber spielt das Städtische Orchester Delmenhorst mit dem Musiktheater-Ensemble der Musikschule „Clivia“ von Charles Amberg und Franz Maregg mit der Musik von Nico Dostal in der Fassung der Komischen Oper Berlin von Tietje: am Freitag, 26. August, um 19.30 Uhr sowie am Freitag, 2., Freitag, 9. und Freitag, 16. September, jeweils um 19.30 Uhr im Kleinen Haus. Am Sonntag, 4., und am Sonntag, 11. September, spielt das Ensemble das Stück bereits um 16 Uhr im Kleinen Haus. Die Vorstellungen werden jeweils etwa zwei Stunden und 50 Minuten dauern.