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Vorzeigeprojekt Delmenhorster Suchtprävention: „Erstaunlich gute Ergebnisse“

Von Frederik Grabbe | 14.06.2017, 20:05 Uhr

Seit 20 Jahren versucht das Projekt „drop+hop“ zu verhindern, dass Kinder und Jugendliche in Delmenhorst in die Drogensucht abdriften. Und das mit beachtlichem Erfolg. Maßgeblichen Anteil daran hat auch der Lions Club Burggraf

Es ist das Vorzeigeprojekt in Sachen Suchtprävention bei Kindern und Jugendlichen schlechthin: Das Programm „drop+hop“. Seit 20 Jahren informiert der Kommunalpräventive Rat (KPR) über die AG Schule Minderjährige über die Gefahren des Drogenmissbrauchs. In all dieser Zeit hat der der Lions Club Delmenhorst-Burggraf das Projekt maßgeblich unterstützt. Und die Erfolge sind mehr als überzeugend.

Gelungene Suchtprävention: Die Zahlen sprechen für sich

„Wir würden unser Geld jederzeit wieder in dem Projekt anlegen.“ Dies sagt Reimund Stolle vom Lions Club mit einiger Überzeugung in der Stimme. Kein Wunder, schaut man auf die Zahlen der AG Schule: Im Jahr 2008 haben 16 Prozent der 14-jährigen Schüler in der Stadt einen Alkoholrausch erlebt. 2016 waren es nur noch 4 Prozent. Und: Das tägliche Rauchen ist unter Schülern zwischen 2012 und 2016 von 19 auf 8 Prozent gefallen. Generell lässt sich sagen: „Insgesamt wird deutlich weniger Alkohol getrunken, immer weniger Schüler entscheiden sich, nach dem Probieren weiterzurauchen“, sagt Henning Fietz von der Anonymen Drogenberatung (drob), die der AG Schule angehört. „Das sind erstaunlich gute Ergebnisse.“

Nicht ein Jugendlicher, der das Projekt nicht durchlaufen hat

Allein in diesem Jahr hat der Lions Club 4000 Euro an das Projekt überwiesen. Über 20 Jahre waren es zwischen 60.000 und 70.000 Euro, schätzt Schatzmeister Heino Ahrens. Praktisch sieht das Projekt so aus, dass die drob, der erzieherische Kinder- und Jugendschutz der Stadt, die Schulsozialarbeit oder die Polizei bei allen Schülern der 6. Klassen vorstellig wird und über die Gefahren der Hauptsubstanzen – also Alkohol, Tabak und Cannabis – informiert, schildert Martina Gaebel vom Fachdienst Jugendarbeit der Stadt. Schüler erstellen beispielsweise kleine Vorträge, in denen sie vortragen, was sie über Alkoholmissbrauch wissen. Im Jahr erreicht „drop+hop“ rund 700 Schüler – und das seit 20 Jahren. „Es gibt in der Stadt keinen Jugendlichen, der das Projekt nicht durchlaufen hat“, sagt Fietz. „Freunde, Geschwister, Eltern – viele Menschen im Umfeld eines Kindes haben Kontakt zum Präventionsprogramm gehabt. Und wenn ein Problem vorliegt, ist der Weg, Hilfe zu erlangen, kurz.“ Andere Präventionsprogramme der AG Schule schließen später in der 8. und 10. Klasse an „drop+hop“ an.

Nichts Vergleichbares

Gerade das Netzwerk aus vielen Beteiligten und der lange Zeitraum, in dem Schüler mit Themen der Suchtprävention in Kontakt kommen, machen für Michael Müller vom Lions-Club im kommunalen Vergleich eine „ganz besondere Errungenschaft“ aus, sagt er. „Im weiteren Umkreis gibt es nichts Vergleichbares.“