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Voting beendet Abstimmung: So soll das neue Parkhaus in Delmenhorst aussehen

Von Frederik Grabbe | 27.06.2017, 17:56 Uhr

Die Delmenhorster haben entschieden: Am Stadtwall soll ein neues Parkhaus nach der Variante „Paneele Stadtbilder“ entstehen, die großflächige Grüne Tafeln vorsieht. Die Stadtwerkegruppe hatte zu einer Abstimmung über die neue Optik des Parkhauses aufgerufen. Jetzt wurde das Ergebnis bekannt gegeben.

Insgesamt hatten per Telefon, im Netz, per E-Mail oder direkt in den Kundencentern 1254 Delmenhorster ihre Stimme abgegeben. Viel Zeit wurde den Bürgern nicht eingeräumt: Sechs Tage nach der Erscheinung in der örtlichen Presse hatten sie Zeit, ihre Stimme abzugeben. Mit dem Votum äußerten sie sich klar zu ihrem Favoriten.

Der Vorschlag „Paneele mit Stadtbildern“ war mit 671 Stimmen der klare Sieger, teilten die Stadtwerke mit. Die Variante „Stadtbilder“ (297 Stimmen) landete knapp vor dem dritten Entwurf „Stadtgrün“ (286 Stimmen).

Die Variante „Paneele und Stadtbilder“ sieht mehrere großflächige, in Grüntönen gehaltene Paneele vor, die auf mehreren Ebenen an der Fassade angebracht sind. Die Tafeln können auch Ansichten der Stadt Delmenhorst zeigen. Diese sind leicht auszutauschen, sodass sich die Optik leicht verändern lässt.

Doch was bietet das neue Parkhaus? Nach der Vorstellung der Fassadenentwürfe und im jüngsten Planungsausschuss wissen wir:


  • Insgesamt wird die Hochgarage 620 Stellflächen haben und 21 Meter hoch sein. Das alte City-Parkhaus war 15 Meter hoch. Weil das Gebäude nun größer wird, muss die Politik im August einer Bebauungsplanänderung zustimmen.

  • Der Grund für das Anwachsen: Die Parkbuchten werden im neuen Parkhaus breiter werden und 2,70 Meter bemessen. Breitere Parkbuchten, kommen zum einen Autofahrern entgegen, die immer häufiger SUVs fahren. Zum anderen wollen die Planer demografischen Gründen Senioren das Ein- und Aussteigen erleichtern.

  • 150 Radstellplätze sind auf einer Fläche von 30 mal 5 Meter vorgesehen. Laut Stadtwerke-Chef Hans Ulrich Salmen sind das doppelt so viele wie zuvor. Für Elektrofahrräder soll es Lademöglichkeiten geben.

  • Ladestationen für Elektroautos sind laut Salmen eingeplant, sollen allerdings erst realisert werden, wenn eine bestimmte Dichte an E-Fahrzeugen in der Stadt existiert. Diese sei derzeit noch nicht gegeben.

  • 160 Stellflächen sind für Angestellte des noch zu bauenden Josef-Hospital (JHD Mitte) reserviert.

  • Das Dach des Parkhauses wird ungleich zum vorherigen Bau geschlossen sein. Stattdessen wird eine Fotovoltaikanlage erneuerbaren Strom liefern.

  • Das Gebäude soll komplett barrierefrei sein. Dies ermöglichen beispielsweise die zwei Fahrstühle in den beiden Treppenhäusern. Die Treppenhäuser selbst sind verglast und von innen beleuchtet. Sie sollen im Dunkeln wie Lichtzeiger zum Parkhaus führen.

  • Um wie um alten Parkhaus Angsträume zu verhindern, ist ein verbesserte Beleuchtung und eine großräumige Videoüberwachung geplant.

  • Ein modernes Leuchtdioden-System wird Autofahrer zu freien Parkplätzen leiten.

  • Verkehrlich soll das Gebäude komplett über die Mühlenstraße erschlossen werden. Künftig werde es nicht mehr möglich sein, vom Stadtwall in Richtung Wasserturm zu fahren, kündigte Salmen an.

  • Das neue Parkhaus wird 5,8 Millionen Euro kosten. „Fördermittel für

einen Neubau gibt es nicht“, teilen die Stadtwerke auf Nachfrage mit.


  • Das neue Parkhaus wird ein Sockelelement in Bodennähe tragen, dass es aus der Überflutungszone holen soll. Dass eine Flut-Gefahr trotz Hochwasserrückhaltebecken in Schlutter nicht zu unterschätzen ist, machte Salmen ebenfalls deutlich.

  • Abgesehen von der offenen Fassade ist das Parkhaus selbst aus Kostengründen ein Fabrikbau, eine aufwendige Sonderanfertigung gibt es also nicht.

  • Die tatsächliche Realisierung der Fassade kann sich von dem vorgestellten Entwurf unterscheiden. Dies hängt mit möglichen Abstimmungen zusammen, die zwischen Bauherrin und Behörde getroffen werden müssen. Darum zeigt der Entwürfe eher einen „Gebäude-Charakter“.

  • Die künftigen Parkgebühren können die Stadtwerke noch nicht beziffern, da diese von den politischen Gremien abzustimmen sind, heißt es auf Nachfrage.

  • Öffnungszeiten: Die Hochgarage soll 24 Stunden am Tag geöffnet sein, der Bereich des JHD hingegen ist nachts von 23 bis 5 Uhr gesperrt.

  • Zeitplan: Ziel ist es, das Parkhaus deutlich vor dem Weihnachtsgeschäft 2018 zu eröffnen. Bei der Stadt und bei den Stadtwerken wurde dies als sportlich und ehrgeizig bezeichnet. Zum 14. Juli sollen Brandschutz- und Lärmgutachten zum Neubau vorliegen, am 8. und 9. August erhoffen sich die Stadtwerke grünes Licht durch den Planungs- und den Verwaltungsausschuss zu der Bebauungsplanänderung, zum 5. Oktober erwartet man die abgeschlossene Prüfung des Bauantrags, am 2. November sollen die Bauarbeiten in Auftrag gegeben werden.