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Wachsendes Mitteilungsbedürfnis? Briefe des Todespflegers Niels Högel veröffentlicht

Von Jan Eric Fiedler, Jan Eric Fiedler | 05.12.2016, 19:28 Uhr

Briefe des Todespflegers Niels Högel sind veröffentlicht worden. Ein Opfervertreter rechnet damit, dass der Mörder künftig häufiger die Öffentlichkeit sucht.

Christian Marbach, Vertreter der Opfer von Todespfleger Niels Högel, rechnet damit, dass der verurteilte Mörder in Zukunft stärker die Öffentlichkeit suchen wird. Am Montag hatte die Bild-Zeitung Auszüge aus Briefen Högels veröffentlicht, worin dieser unter anderem von seinem Privatleben und seiner Schmerzmittelsucht berichtet. Für Marbach steht die Veröffentlichung für den ersten Versuch, eine Reaktion der Medien auszuloten.

Opfervertreter hat kein Problem mit Veröffentlichung

Im Vorfeld des nächsten Prozesses sei mit weiteren öffentlichen Äußerungen Högels zu rechnen. „Ich habe kein Problem damit, wenn er mit Informationen oder seiner Sicht der Dinge an die Öffentlichkeit geht“, sagte Marbach am Montag auf Anfrage unserer Zeitung. Er steht nach eigenen Angaben ebenfalls im schriftlichen Kontakt mit Högel. Niels Högel werden nach derzeitigem Ermittlungsstand 37 Morde im Klinikum Delmenhorst vorgeworfen , die er zwischen 2002 und 2005 begangen haben soll. An seinem vorherigen Arbeitsplatz am Klinikum Oldenburg werden derzeit mehr als 100 weitere Verdachtsfälle untersucht.