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Wasserversorgung im Sommer Regen entspannt die Lage in Delmenhorst

Von Mareike Bader | 11.07.2017, 21:53 Uhr

In den vergangenen Wochen haben zahlreiche Wasserversorger zum sparsameren Umgang aufgerufen. Die Lage hat sich zwar durch den Regen entspannt. Trotzdem sollen die Nutzer das Trinkwasser sorgsam verwenden.

Der Regen in den vergangenen Tagen habe die Lage spürbar entspannt, sagt Gunnar Meister, Pressesprecher beim Oldenburg-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV). Zuvor hatte der Wasserversorger, wie auch andere Versorger in ganz Deutschland zum sparsamen Umgang aufgerufen.

Die hohen Temperaturen und die anhaltende Trockenheit hatten für einen Mehrverbrauch des Trinkwassers gesorgt. Zum einen wäre die Verwendung für die Gartenbewässerung angestiegen, zum anderen hätten viele sich einen Pool im Baumarkt gekauft und diesen gefüllt. „Da kamen viele Menschen zur selben Zeit auf die gleiche Idee,“ bilanziert Meister.

Nicht weit weg von der Höchstmarke gewesen

Die durchschnittliche Abgabe liege bei rund 12 000 Kubikmeter Wasser am Tag, teilt Britta Fengler, Pressesprecherin bei den Stadtwerken Delmenhorst, mit. Das entspricht einer Pro-Kopf-Menge von rund 150 Liter pro Tag. Laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamts aus dem Jahr 2013 liegt der Wasserverbrauch je Einwohner bei 126 Liter pro Tag in Niedersachsen.

Bei rund 220 000 Kubikmetern Trinkwasser als Summe aller Wasserwerke im Verbandsgebiet liegt die Tagesabgabe beim OOWV. „Wir waren nicht weit weg von der Höchstmarke“, sagt Gunnar Meister über die heiße Phase im Juni. Die höchste Abgabe des laufenden Jahres sei am 19. Juni mit rund 285 000 Kubikmetern Trinkwasser gewesen. Die absolute Höchstmarke wurde am 2. Juli 2015 mit 311 000 Kubikmetern erreicht. In der Zeit lag der Spitzenwert bei 15 000 Kubikmeter bei den Stadtwerken. Das sei ein Mehrverbrauch von rund 30 Liter pro Kopf an heißen Tagen, sagt Britta Fengler.

Engpässe in den Spitzenzeiten möglich

Zusätzlich zur erhöhten Wassermenge kommt die Ballung auf die Morgen- und Abendstunden, etwa durch das Duschen oder Gießen. „Unsere Wasserwerke befüllen Speicher, die die Verbrauchsspitzen am Tag auffangen,“ erklärt Meister. Doch wenn die Speicher zu schnell geleert werden, kann das zu niedrigem Druck in den Leitungen führen – schlimmstenfalls zu Engpässen.

So habe es 2015 gerade in höher gelegenen Regionen, wie im Landkreis Vechta, Wasserknappheit gegeben, berichtet Meister. Da konnte es tatsächlich passieren, dass wenig oder kein Wasser aus der Leitung kam, beschreibt er und fügt hinzu: „Das sind Ausnahmesituationen.“ Bei den Stadtwerken seien solche Probleme nicht zu verzeichnen, sagt Britta Fengler.

„Unabhängig von der Jahreszeit und dem Verbrauch rufen wir unsere Kunden stets zu einem sorgsamen Umgang mit der natürlichen Ressource Trinkwasser auf. Wir empfehlen auch, die Gartenbewässerung nicht mit Trinkwasser vorzunehmen“, sagt Fengler und auch Meister warnt vor der Verwendung des „kostbaren Lebensmittels“ zur Gartenbewässerung.