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Wechsel in der Führung Petra Beck leitet die Stadtbücherei Delmenhorst

Von Marco Julius | 02.11.2015, 07:46 Uhr

Die 43-jährige Petra Beck hat die Leitung der Stadtbücherei übernommen. Ihre neue Aufgabe geht sie mit großer Vorfreude und Elan an.

Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken. Das hat der Schriftsteller Hermann Hesse einmal gesagt. Petra Beck ist somit nun Hausherrin eines ganz besonders reichen Hauses, auch wenn Tapeten und Bilder nicht wertvoll sind. Seit zwei Wochen ist sie die neue Leiterin der Stadtbibliothek Delmenhorst. Und über ihr neues Haus ist die 43-Jährige auch gleich voll des Lobes: „Tolle Ausstattung, toller Bestand und vor allem: ganz tolle Kollegen“, sagt sie. Man spürt dabei, dass sie Lust hat auf die Stadtbibliothek.

Nachfolgerin von Günther Wetzig

Petra Beck folgt als Leiterin auf Günther Wetzig, der die städtische Bildungseinrichtung von Oktober 1990 bis Ende Mai dieses Jahres über ein Vierteljahrhundert geleitet und wesentlich geprägt hatte. Wetzig hat sich, wie es seine Art war, leise in den Ruhestand verabschiedet. Petra Beck will sich nun einarbeiten in ihre neue Aufgabe und ihr neues Zuhause.

Leseförderung als Steckenpferd

17 Jahre lang hat sie zuletzt in Lemgo gewirkt, war dort stellvertretende Leiterin der Bücherei mit einem besonderen Schwerpunkt auf Kinder- und Jugendbüchern. „Der Bereich Leseförderung ist sicherlich mein Steckenpferd“, sagt Beck. Es sei ihr ein Anliegen, bereits heute die Leser von morgen zu gewinnen. Dabei setzt sie nicht nur auf das gedruckte Buch, sondern auch auf moderne Medien – und vor allem auf einen spielerischen Zugang. Sie ist überzeugt: „Das gedruckte Buch wird es noch ganz lange geben. Es ist als Kulturgut zu gut etabliert.“ Aber sie weiß natürlich auch, dass längst nicht nur Gedrucktes gelesen wird – und ist für alle neue Medien offen. Sie selbst etwa hört gerade bei längeren Autofahrten gerne Hörbücher. Und dass es in der Stadtbücherei eine enge räumliche und inhaltliche Bindung zum Medienpädagogischen Zentrum (MPZ) gibt, spielt ihr auch in die Karten. „Das ist schon etwas ganz Besonderes“, freut sie sich.

Petra Beck hat sich in Delmenhorst eine Bleibe gesucht und ist gekommen, um zu bleiben. Die leidenschaftliche Chorsängerin sucht bereits Anschluss an einen hiesigen Chor und freut sich, dass „Delmenhorst kulturell so viel zu bieten hat“.

Wohfühlecken für Leseratten

Zu dem Angebot gehört explizit auch die Stadtbücherei. „Dieses Haus hat viele Wohlfühlecken und Rückzugsmöglichkeiten. Es ist schön, zu sehen, wie heimisch sich Kinder hier fühlen“, betont Beck. An einem ihrer ersten Arbeitstage habe sie ein Kind gesehen, dass über einem Buch friedlich eingeschlafen sei. „Was für ein schöner Vertrauensbeweis“, freut sie sich. Einen Ort zum Wohlfühlen, zum Austausch, zum Lernen – das solle eine gute Bücherei bieten.

Wunsch nach Veränderung

Als Petra Beck nach ihrer Schullaufbahn über ihren Berufswunsch sinnierte, war ihr klar: „Ich möchte mit Menschen zu tun haben – und mit Literatur.“ Der Weg in die Bibliothek war damit fast vorgezeichnet. Sie hat auch mal für ein Praktikum in eine Universitätsbücherei hineingeschnuppert. „Aber mir war schnell klar, dass für mich nur eine öffentliche Bücherei in Frage kommt.“

Nach Delmenhorst zu gehen hing auch mit dem Wunsch nach Veränderung zusammen, mit dem Wunsch, mehr Verantwortung zu übernehmen. In der Stadtbücherei ist sie jetzt Leiterin eines elfköpfigen Teams. Auf die Zusammenarbeit freut sie sich. Gemeinsam mit dem Team will sie erneut das Zertifikat „Bibliothek mit Qualität und Siegel“ erringen. Das an Büchern reiche Haus bietet dafür gute Voraussetzungen.