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Wegen elf Taten vor Landgericht Delmenhorster missbraucht Töchter und Stiefkinder

Von Thomas Deeken | 20.04.2015, 15:35 Uhr

Mit einer Freiheitsstrafe zwischen drei und vier Jahren muss ein 49-jähriger Mann aus Delmenhorst rechnen, der sich seit Montag vor dem Oldenburger Landgericht wegen sexuellen Missbrauchs von vier Kindern verantworten muss.

Zwei dieser Kinder sind seine eigenen Töchter, geboren 2000 beziehungsweise 2001, die beiden anderen sind seine Stiefkinder. Das Mädchen ist heute 19 Jahre alt, der Junge ein Jahr jünger.

Insgesamt geht es um elf Straftaten im Zeitraum von 2005/06 bis Sommer 2013. Die sexuellen Handlungen des Angeklagten reichten vom Anfassen des Stiefsohnes im Intimbereich bis hin zum Beischlaf mit der älteren eigenen Tochter. Der Angeklagte könnte deshalb so glimpflich davon kommen, weil er laut Richter Dr. Dirk Reuter bisher noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten ist und die Taten in vollem Umfang zugegeben hat. Deshalb ist es auch nicht notwendig, dass die Kinder vor Gericht aussagen müssen.

Der Angeklagte lebte seit 2000 mit der Mutter seiner beiden Töchter und mit zwei weiteren Kindern von ihr in einer Wohnung in Delmenhorst. Inzwischen lebt das Ehepaar getrennt, „die Scheidung läuft“, so der Mann.

Sexuelle Handlungen gegen Stiefsohn

Nachdem die jüngste Tochter auf die Welt gekommen war, sei das Sexualleben des Ehepaares eingeschlafen, sagte der 49-Jährige. 2005 oder 2006 – die genaue Zeit sei nicht mehr bekannt – hat es laut Anklage die ersten sexuellen Handlungen gegen den Stiefsohn gegeben. Zu diesem Zeitpunkt habe er nur testen wollen, ob ihn das erregte, erläuterte der Delmenhorster. Eine Neigung zu Kindern habe er erst ein paar Jahre später bei sich entdeckt, als er seine Stieftochter im Genitalbereich gestreichelt habe. Nach einer weiteren Straftat gegen den Jungen wandte sich der 49-Jährige laut Anklage im Sommer 2013 seiner eigenen Tochter zu. In mindestens zwei Fällen sei es zum Beischlaf gekommen. Er sei erregt „wegen ihrer Brüste und ihrer Kurven“ gewesen, habe sich nackt zu ihr gelegt, sie ausgezogen und dann missbraucht, so der Mann zu einer der Taten. Bei der letzten Handlung ging es schließlich um die jüngere eigene Tochter. Der Angeklagte beteuerte allerdings, beim Eincremen des Intimbereichs des Mädchens „keine sexuellen Interessen gehabt zu haben“.

Kinder berichteten nach Scheitern der Ehe

Als die Ehe des Mannes kurz Zeit später scheiterte, hätten die Kinder von den Vorfällen erzählt, weiß der 49-Jährige. Er habe zwar immer gehofft, dass die Taten nicht auffliegen würden. Er sei aber jetzt froh, „dass bald alles ein Ende hat“. Fortgesetzt wird der Prozess am Dienstag, 28. April.