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Weihnachten im Auslandseinsatz Abschied für über 180 Soldaten aus Delmenhorst

Von Kai Hasse | 31.08.2017, 22:10 Uhr

Gut 180 Soldaten des Logistikbataillons 161 aus Delmenhorst werden Weihnachten im Auslandseinsatz verbringen. Sie sind nun bei einem Appell auf der Millionenwiese der Feldwebel-Lilienthal-Kaserne verabschiedet worden.

Mit einem großen Appell sind nun Soldaten der Feldwebel-Lilienthal-Kaserne in ihre Auslandseinsätze verabschiedet worden. Rund 180 Soldaten des Logistikbataillons 161 werden ab September und November im Kosovo, in Afghanistan, Mali und im Nordirak eingesetzt. Angehörige waren gefasst: „Sie sind gut ausgebildet. Darauf vertrauen wir“, hieß es.

Verbeugung von Axel Jahnz

Große Gesten gab es auf der Millionenwiese in der Kaserne vor den Augen von Politikern, Chefs der örtlichen Verwaltung und den Angehörigen der Soldaten: Den Einsatzsoldaten für die beiden Haupteinsatzgebiete in Afghanistan und im Kosovo übergab Oberbürgermeister Axel Jahnz Ortsschilder von Delmenhorst. „Es liegt mir am Herzen, dass Sie wieder gesund zurückkehren“, sagte der Delmenhorster Rathaus-Chef. „Wir werden an Sie denken. Sie sind nicht allein.“ Für ihren Einsatz zolle er Ihnen Respekt und Anerkennung. Jahnz verbeugte sich vor der Truppe, wie er es bereits bei einem Gelöbnis vor zehn Monaten tat.

Rückkehr im Frühjahr

99 Soldaten werden nach derzeitigen Angaben der Presseabteilugn der Kaserne nach Masar-e Sharif in Afghanistan geflogen. Der Einsatz werde voraussichtlich im November beginnen. 72 weitere gehen in den Kosovo. Ihr Einsatz beginnt voraussichtlich bereits im September. Etwa zehn weitere Soldaten sollen nach Mali, ein einzelner Soldat in den Nordirak. Im Frühjahr kommen sie zurück.Den Soldaten wurden Ortsschilder von Delmenhorst mit in ihre Einsatzstandorte gegeben. Foto: Kai Hasse

Pflichtbewusstsein in den Augen

Wenn man den Soldaten in die Augen sehe, sagte der Kommandeur der Streitkräftebasis, Oberst Nikolaus Bretz, „dann erkennen Sie Pflichtbewusstsein. Aber auch Menschen vor großen Herausforderungen.“ Sie nähmen persönliche Härten in Kauf für ihren Einsatz. Im Kosovo würde die Truppenstärke langsam verringert. Anders sehe es in Afghanistan aus, dort sei die Stabilisierung des Landes noch im Gange. Jüngste Anschläge würden zeigen, dass der Einsatz noch lange nicht vorbei sei. „Lassen Sie Vorsicht walten“, mahnte Betz, „bleiben Sie aufmerksam und wachsam.“

Kommandeur „von ganzem Herzen stolz“

Oberstleutnant Stephan Fey, der das Logistikbataillon kommandiert, wird selbst in den Einsatz gehen. Er sprach bereits im Wüsten-Tarnfleck. „Es war großartig, Sie bei der Ausbildung zu sehen“, sagte er, „und selbst mit Ihnen ausgebildet zu werden.“ Man werde sich mit großem Willen und Professionalität den Aufgaben stellen. Fey: „Ich vertraue auf Sie.“ Er wünschte, dass alle gesund an Leib und Seele zurückkehren. „Achten Sie aufeinander“, appellierte er. Er sei „von ganzem Herzen stolz“ auf seine Kameraden.

Vertrauen auf das Können der Kameraden

Unter den anwesenden Angehörigen und Freunden der Soldaten herrschte derweil eine Mischung aus Sorge und Mutmachen. „Natürlich macht man sich dabei viele Gedanken“, sagt eine Besucherin, Soldatin in zivil. Und Sorge? – Nein: „Ich vertraue auf das Können der Kameraden.“ Tröstend sei, dass mittlerweile gute und flexible Kommunikationsmöglichkeiten bereitstünden, um mit den Freunden im Auslandseinsatz in Kontakt zu treten. „Man ist kein Mensch, wenn man sich keine Gedanken macht“, sagt ein Soldat. Aber man sei gut ausgebildet. Schwer sei die Trennung von Familie und Partnerin. Weihnachten wird er in Afghanistan verbringen.