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Weihnachtsrevue in Delmenhorst „Ivushka“ kokettiert mit der Zarenzeit

Von Jasmin Johannsen | 26.12.2017, 15:45 Uhr

Russische Folklore im Überfluss: Am ersten Weihnachtsfeiertag gastierte „Ivushka“ im ausverkauften Kleinen Haus in Das Publikum zeigte sich begeistert von der opulenten Weihnachtsrevue.

„Väterchen Frost“ mit Enkelin „Snegurotschka“, die wehmütigen Klänge der Balalaika und eine „Troika“, die von drei Rössern über die Weiten Russlands gezogen wird – „Ivushka“ versetzte das ausverkaufte Kleine Haus am Montagabend in die winterliche Zarenzeit zurück. „Wir wollen Sie auf eine märchenhafte Reise durch das alte Russland mitnehmen“, berichtete die Erzählerin Natascha zu Beginn der Musikrevue. Es folgten zwei Stunden russische Folklore, die bei den Zuschauern Begeisterung und minutenlangen Beifall hervorriefen.

Weihnachten und Hochzeit

Brauchtum und Tradition standen im Mittelpunkt des farbintensiven Spektakels, als die 40 Künstler, samt Ballett, Chor und kleinem Orchester, die Bühne betraten. Mit viel Folklore zeigte die Revue, wie russische Weihnachten zur Zeit Peter des Ersten begangen wurde – oder zumindest was die westliche Vorstellung davon ist. Gefeiert wurde aber nicht nur die Weihnacht, sondern auch eine Hochzeit wie „in früheren Zeiten“. „Damals sind Brautwerber über das Land geschickt worden und die Eltern bestimmten, wer sich verheiratete“, erklärte Natascha das Bühnengeschehen. Bitterlich klagende Bräute hätten genauso zu einer Hochzeit gehört, wie literweise Wodka. „Vater, bitte trinken Wodka“, ermahnte da einer der Brautwerber im gebrochenen Deutsch, bevor die Darsteller ins Publikum sprangen und die typisch russische Spirituose den Zuschauern anboten.

„Bravo“-Rufe aus dem Saal

Solche Schauspiel-Szenen wechselten sich innerhalb der Revue immer wieder mit kühner Akrobatik, die von den Artisten Höchstleistungen abverlangten, schwungvollen Kosaken-Tänzen und Volksliedern ab. Für besonders viel Szenenapplaus sorgte eine Instrumentalversion des Klassikers „Kalinka“ mit Balalaika, Dombra und Bajan. Im Takt klatschende Hände und immer wieder auch „Bravo“-Rufe waren aus den Publikumsreihen zu hören.

Schneeballschlacht zum Finale

Weihnachtlich wurde es unterdes wieder im großen Finale der Revue. Auf Deutsch sang der Chor „Stille Nacht, heilige Nacht“, während es vom Bühnendach schneite. Da durfte auch „Väterchen Frost“ nicht fehlen. Gemeinsam mit seiner Enkelin „Snegurotschka“ wünschte er dem Publikum viel Glück für das neue Jahr. Eine Schneeballschlacht, Kopftanz und fliegende Akrobaten krönten die pompöse Weihnachtsrevue. Mit minutenlangem Schlussapplaus bedankten sich die Zuschauer für die kurzweilige Darbietung.