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Weißrussen in Delmenhorst Gäste aus radioaktiv belasteter Region erholen sich

Von Lennart Bonk, Lennart Bonk | 19.05.2016, 16:13 Uhr

Bereits zum fünften Mal sind Mütter und Kinder aus Waloschyn zu Gast bei der Kita „St. Paulus“ und der Lebenshilfe. Sie stammen aus einer noch immer radioaktiv belasteten Region Weißrusslands.

Einen Alltag frei von schädlicher radioaktiver Strahlung haben die Besucher aus der weißrussischen Stadt Waloschyn bei ihrem gut dreiwöchigen Delmenhorst-Besuch genießen können. Seit dem 2. Mai sind vier Mütter mit ihren Kindern in Delmenhorst, um sich zu erholen. In ihrer Heimat haben sie, 30 Jahre nach der Nuklearunfall im gut 400 Kilometer entfernten Tschernobyl, immer noch mit den Folgen des Unglücks zu kämpfen. Umwelt und Lebensmittel sind Strahlen belastet.

Bürgermeister Thölstedt begrüßt Gäste

Am Mittwoch hat Bürgermeister Hermann Thölstedt die Gäste aus Weißrussland im Rathaus empfangen. „Sie leben heute noch mit den Folgen der Katastrophe von Tschernobyl. Gerade deswegen ist es wichtig dem verstrahlten Alltag fernbleiben zu können“, so Thölstedt. Seit 2012 organisiert das CVJM Friedensnetz in Kooperation mit dem CVJM Waloschyn, dem CVJM Delmenhorst sowie der Delmenhorster Kindertagesstätte St. Paulus den Austausch. Durch Spendengelder wird das Projekt finanziert und führt bereits zum fünften Mal Mütter und Kinder aus Weißrussland nach Delmenhorst. „Die Frauen arbeiten in ihrer Heimat den ganzen Tag. Hier haben sie die Möglichkeit mit ihren Kindern zu entspannen“, erklärt Eckhard Petreins vom CVJM-Friedensnetz.

GraftTherme ein Höhepunkt

Neben dem regelmäßigen Besuch des St. Paulus Kindergartens standen auch zahlreiche erholsame Freizeitaktivitäten an. „Wir haben jeden Tag in Delmenhorst genossen. Alle waren sehr nett zu uns“, berichtet Natalia Lukaschek, die mit ihrer Tochter Marina zu Besuch ist. Dabei haben es insbesondere die Delmenhorster Grünanlagen und die GraftTherme den Gästen aus Weißrussland angetan. Am kommenden Samstag treten die Gäste ihre Heimreise an. Mit im Gepäck werden die zahlreichen Eindrücke sein, die sie in den zurückliegenden Wochen in Delmenhorst gesammelt haben.