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Weitere Finanzspritze nötig Delmenhorster Krankenhaus-Holding ist gegründet

Von Jan Eric Fiedler | 05.06.2015, 20:13 Uhr

Die Konkurrenz zwischen den Delmenhorster Krankenhäusern ist endgültig Geschichte. Sie firmieren jetzt unter dem gemeinsamen Dach des Josef Hospitals

Zur Gründung dieser Holding sind am Freitag Vertreter des Klinikums Delmenhorst und des St.-Josef-Stifts im Rathaus vor geladenen Gästen zusammengekommen. Für das Klinikum unterzeichnete Oberbürgermeister Axel Jahnz als Gesellschaftervertreter, für das St. Josef-Stift Geschäftsführer Thomas Breidenbach. Ein symbolischer Akt, denn die eigentliche Beurkundung war bereits erfolgt.

„Heute ist ein historischer Tag für die medizinische Versorgung in Delmenhorst“, sagte Jahnz. Er sei in dieser Woche bei der Kommunalaufsicht in Hannover gewesen, die ein Lob für die schnelle und gute Fusion in Delmenhorst ausgesprochen habe. Auch Breidenbach sprach von einer Fusion in Rekordzeit: „Wir haben Prozesse, die in Niedersachsen länger laufen, überholt.“

Stadt muss Klinikum Zuschuss geben

Für die endgültige Absicherung der Fusion darf das Klinikum allerdings nicht mehr als 7,7 Millionen Euro Schulden haben. Um diesen Wert zu erreichen, wird noch eine weitere Finanzspritze der Stadt nötig sein. Wie hoch diese ausfallen wird, konnte Jahnz am Freitag noch nicht sagen. „Ich kenne erste Zahlen, jetzt kommt noch der Feinschliff“, sagt er. Die Summe solle erst bekanntgegeben werden, wenn sie wirklich genau feststeht.

Standortsuche läuft bereits

Der nächste Schritt ist laut Jahnz die Suche nach einem Standort, „und damit die Freigabe von vielen Millionen“. Das Land Niedersachsen hatte bereits 2014 signalisiert, die Zusammenführung beider Krankenhäuser mit bis zu 50 Millionen Euro zu fördern. „Zum jetzigen Zeitpunkt sind Architekten damit beauftragt, Konzepte für drei Standorte aufzustellen – Wildeshauser Straße, Westerstraße und grüne Wiese – und diese neutral zu bewerten“, so Breidenbach.

Mutter-Kind-Zentrum wird vorbereitet

Als erstes räumliches Zeichen der Fusion wird derzeit der Umzug der Frauenklinik aus dem St. Josef-Stift in das Klinikum vorbereitet. „Es werden größere Umbaumaßnahmen geplant. Die Kostenvoranschläge liegen vor“, berichtete Breidenbach. In der kommenden Woche werde der Aufsichtsrat darüber entscheiden. Der Umzug werde wahrscheinlich zum 1. September erfolgen.

Breidenbach: „Keine betriebsbedingten Kündigungen“

„Das Wichtigste ist nun der Zusammenschluss der Menschen, die Mitarbeiter mitzunehmen“, sagte Breidenbach. „Das gehen wir mit viel Einsatz an.“ Eine Lenkungsgruppe beschäftigt sich mit diversen Themen der Zusammenführung. Es werde durch die Fusion keine betriebsbedingten Kündigungen geben, sagte Breidenbach dem dk. „Die große Kunst wird es sein, so viel Personal vorzuhalten, um die Patienten zu behandeln, die wir im St. Josef-Stift und Klinikum haben“, so Breidenbach.