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Weiterer Protest von Bürgern: Neue B 212 verstärkt Spaltung der Bevölkerung

Von Michael Korn | 25.04.2016, 17:02 Uhr

Anwohner aus Delmenhorst wollen keinen südlichen Streckenverlauf, Anwohner aus der Wesermarsch keinen nördlichen: Zwar ist völlig offen, ob und wann die neue B 212 zwischen Bremen und der Wesermarsch überhaupt gebaut wird, doch die Proteste nehmen zu.

Der mögliche Bau einer neuen Bundesstraße 212 zwischen Bremen und der Wesermarsch spaltet die betroffenen Bürger unvermindert weiter: Während Delmenhorst einen südlichen Streckenverlauf durch Deich- und Sandhausen ablehnt, formiert sich nun Widerstand gegen eine nördlich von Delmenhorst gelegene Straße. Die Bürgergemeinschaft Ochtum befürchtet eine Zunahme von Verkehrslärm und Schadstoffbelastung sowie eine Zerstörung von landwirtschaftlichen und naturnahen Flächen. Die B 212neu, deren Streckenführung zwischen den Ortsteilen Strom und Ochtum noch offen ist, war zuletzt im Bundesverkehrswegeplan des Bundes in der zeitlichen Dringlichkeit herabgestuft worden.

Hofexistenz gefährdet

In einer Stellungnahme der Bürgergemeinschaft heißt es, dass die Auswirkungen einer Trassenführung im Bereich des historisch bedeutsamen „Gut Weyhausen“ erörtert worden seien. Auf jeden Fall würde ein landwirtschaftlicher Familienbetrieb, der in den letzten Jahren sehr viel Geld in neue Milchviehställe investiert habe, durch die Nordtrasse in seiner Existenz gefährdet. 30 Hektar seiner Nutzflächen gingen durch Überbauung und Abschneidung von der Hoffläche verloren. In einem weiteren Fall würden sowohl die Trasse selbst, als auch die geplanten Zu- und Abfahrten den direkten Viehtrieb zu hofnahen Weideflächen unmöglich machen.

Juristische Prüfung mit Chancen

Auch die negativen Auswirkungen auf Umwelt und Natur seien gravierend: So gehöre die Ochtumniederung zu den wenigen, noch intakten Flussmarschgebieten von nationaler Bedeutung, deren Ökosystem zahlreichen gefährdeten Arten Schutz und Lebensgrundlage biete. Die bisher regelmäßig wiederkehrenden und erfolgreich brütenden Weißstörche in Ochtum seien dabei Beleg für eine schutzwürdige Naturlandschaft, die vor Zerstörung bewahrt werden muss. Die betroffenen Anwohner seien sich daher einig, dem potenziellen Straßenverlauf der B212n auf einer Nordtrasse entsprechenden Widerstand entgegenzusetzen. Einer juristischen Überprüfung würden aufgrund der bedeutenden ökologischen Bedeutung der Ochtumniederung gute Chancen eingeräumt.