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Welcome-Cup Delmenhorst Flüchtlinge vergessen beim Kicken Sorgen des Alltags

Von Marco Julius | 19.03.2016, 12:48 Uhr

Der 1. Delmenhorster Welcome-Cup hat am Freitag in der Stadionhalle alle Erwartungen erfüllt. Es war ein Abend, der viele Sieger hervorbrachte.

Das Flüchtlingsteam „Kicking Together“ konnte sein Glück am Ende kaum fassen, die Emotionen mussten raus an diesem späten Freitagabend. Sie rannten mit ihrem riesigen Pokal stolz quer durch die Stadionhalle in Düsternort und ließen sich feiern. Den dritten Platz hat sich das Team beim 1. Delmenhorster Welcome-Cup geholt. Gewinner des Turniers waren am Ende aber alle, sagt Ruth Steffens, Geschäftsführerin des Kriminalpräventiven Rates der Stadt, Ausrichter des Wettbewerbs. Zum Beispiel das Team Mitternachtshallen, das sich den Sieg holte. Oder das Team StadtWerkegruppe auf Platz zwei. Oder das einzige Frauenteam des TV Jahn, das durch den jungen Fouad aus Afghanistan verstärkt wurde und sich in die Herzen der Zuschauer spielte. Gewonnen aber hat vor allem die Idee des Welcome-Cups: Der Fußball als Bindeglied zwischen den Menschen, zwischen den Einheimischen und den Flüchtlingen. Als gelebte Willkommenskultur hat auch Oberbürgermeister Axel Jahnz, Schirmherr des Turniers, den Abend begriffen. Die beiden Schiedsrichter Markus Deitenbeck und Uwe Hense waren sehr zufrieden mit dem Turnierverlauf. Das, was mit dem Turnier beabsichtigt wurde, sei erreicht worden, bestätigten beide: ein fairer, freundschaftlicher Spielverlauf.

Unendlich viel Spaß

Ruth Steffens war sichtlich beeindruckt: „Viele Gasteltern und Bezugsbetreuer haben ihre minderjährigen Flüchtlinge begleitet. Der Lindenhof aus Hude hat vier Flüchtlinge bei verschiedenen Teams mitspielen lassen. Die Begleitpersonen haben zum ersten Mal ihre ihnen Anvertrauten von einer ganz anderen Seite gesehen: voller Ehrgeiz, Teamgeist und unendlich viel Spaß. Die Integrationslotsen um Vahap Aladag haben über 30 Flüchtlingen aus mehreren Unterkünften den Transport zum Zuschauen im Stadion ermöglicht.“

Der Langeweile entkommen

Auch Dunya Azadzoy, die als Dolmetscherin fungierte, freute sich: „Das Turnier war für alle Flüchtlinge unglaublich wichtig, sie haben für Stunden alles Schwierige und Belastende aus ihrem Alltag vergessen. Vor allem das schlimmstes Problem in einer Unterkunft: die Langeweile.“

Für die Organisatoren, neben dem KPR waren der städtische Betriebssportverein, der Integrations- und Bildungsverein und das Integrationslotsenteam sowie weitere zahlreiche Helfer im Einsatz, ist klar: Das Turnier soll auch 2017 angeboten werden. Aber schon für diesen Sommer ist eine Freiluftturnier denkbar.

Neuauflage geplant

„Wir haben unser Ziel erreicht“, sagte Ruth Steffens. „Die Willkommensbotschaft ist angekommen, wir haben die Begegnung gefördert und das Interesse aufeinander geweckt. Jetzt hoffen wir, dass möglichst viele Delmenhorster Neubürger in Sportvereinen unterkommen.“