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Welcome Cup Fußball verbindet junge Männer in Delmenhorst

Von Marie Busse | 18.11.2018, 15:04 Uhr

Das Team „FC Allianz Delmenhorst“ war beim dritten Welcome-Cup erfolgreich. Gewonnen hat aber vor allem die Idee der verbindenden Kraft des Sports.

Dass der „FC Allianz Delmenhorst“ gute Titelchancen hat, das hat der 16-jährige Georgi vom gegnerischen Team „Awo-Skyper“ früh erkannt. „Die Mannschaft hat richtig starke Fußballer. Viele spielen im Verein“, sagte der Schüler und ergänzte: „Wir haben leider vorher nicht mehr zusammen trainiert.“ Der Mittelfeldspieler spielt sonst in einem Bremer Verein. Als die Awo nach Mitspielern suchte, war er aber sofort dabei. Einziges Manko des Turniers: „In der Halle kann ich nicht so viel dribbeln“, bedauerte der Schüler.

Auch ohne Dribbel-Tricks rang sein Team den Favoriten ein Unentschieden ab. Am Turniersieg der Allianz konnte es damit aber nicht mehr rütteln. Die afghanischen Flüchtlinge siegten beim dritten Welcome-Cup am Samstag in der Sporthalle am Stadion. Neben dem Pokal gewannen sie ein gemeinsames Essen. Den zweiten Platz sicherte sich Georgis Team „Awo-Skyper“. Dritter wurde die Mannschaft „Freiheit Mitternachtshallen“.

Fußball verbindet

Gewonnen hat aber vor allem die Idee des Welcome-Cups: Fußball verbindet Menschen aus ganz unterschiedlichen Ländern und Kulturen. Seit der Premiere 2016 habe sich der Fokus aber dennoch etwas verschoben. Ruth Steffens, Geschäftsführerin des Kriminalpräventiven Rates (KPR) der Stadt, Ausrichter des Wettbewerbs: „Die Menschen sind angekommen. Es sind dieses Mal nicht nur Geflüchtete dabei.“ Aber auf dem Platz sei es ohnehin egal, woher die Spieler kommen. Beim Turnier stammten die Fußballer aus rund 20 Nationen. Sie verteilten sich auf sechs Mannschaften.

Regeln in Fleisch und Blut übergegangen

Auch Schiedsrichter Markus Deitenbeck hat eine Veränderung beobachtet: „Ich muss die Regeln nicht mehr erklären, sie sind in Fleisch und Blut übergegangen.“ Mit dem Turnierverlauf war der erfahrene Schiedsrichter zufrieden. „Die Spiele waren fair und auf einem sehr hohen Niveau“, sagte er.

Erstmals dabei war in diesem Jahr das Team „Streetwork-Diakonie“. Die Entscheidung für das Turnier war kurzfristig. „Vor zehn Tagen haben wir uns angemeldet, zweimal trainiert und jetzt sind wir dabei“, sagte Sozialarbeiterin Anne Vermeersch. Als Streetworkerin ist sie vor allem in der Innenstadt im Einsatz und spricht dort Jugendliche an. „Der Kontakt ist am Anfang lose. Aber mit Fußball kann ich viele junge Männer begeistern“, sagte sie.

Wiederholung geplant

Für die Organisatoren, neben dem KPR Mitternachtshallen waren das der Delmenhorster Betriebssportverein, Johann Meinken und die Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe, ist klar: Das Turnier soll auch im kommenden Jahr angeboten werden. Steffens vom KPR: „Wir erreichen mit diesen Turnieren viele junge Menschen.“