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Delmenhorster Schullandschaft Wie die Suchtprävention „drop+hop“ zu einem Erfolg wurde

Von Niklas Golitschek | 15.10.2019, 17:43 Uhr

Inzwischen kennt es jeder Delmenhorster Schüler der Jahrgangsstufe sechs: das Suchtpräventionsprojekt "drop+hop" der Anonymen Drogenberatung der Awo und des Lions-Clubs Delmenhorst-Burggraf. Gemeinsam sprechen die beiden von einem einmaligen Erfolgsprojekt.

Das Programm hat sich bewährt. „Vom Konzept und Erfolg her ist es einmalig“, sagt auch Michael Müller vom Lions-Club Delmenhorst-Burggraf über das Suchtpräventionsprojekt „drop+hop“, das von seiner Organisation gemeinsam mit der Anonymen Drogenberatung der Awo Delmenhorst initiiert wurde.

Bereits seit dem Jahr 1998 gehen Fachkräfte der Anonymen Drogenberatung, Polizei, des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes, Schulsozialarbeiter und Lehrkräfte an Delmenhorster Schulen, um in den Jahrgangsstufen sechs über Drogen und deren Wirkung aufzuklären. Seit 2012 findet das Programm an allen weiterführenden Schulen in der Stadt statt. Vereinzelt kommen noch Veranstaltungen in achten und zehnten Klassen hinzu. Pro Schuljahr werden damit laut Tim Berthold, Bereichsleiter Prävention bei der Anonymen Drogenberatung, etwa 33 Schulklassen und 700 Schüler erreicht.

Breites Netzwerk

Jüngst hat Tim Berthold auch ein Phänomen festgestellt, das ihn durchaus erfreute. „Wir haben jetzt die erste Elterngeneration, die das Programm selbst mitgekriegt hat. Das ist spannend zu sehen“, sagt er. Als entscheidenden Punkt nennt Müller auch das inzwischen breite Netzwerk. Die Struktur im permanenten Austausch mit den Schulen ermögliche es den Köpfen hinter dem Programm, auf neue Entwicklungen, wie etwa die aktuelle Debatte zur möglichen Cannabis-Legalisierung, Shisha-Pfeifen oder E-Zigaretten, einzugehen.

„Das war nicht einfach am Anfang“, erinnert sich Müller. Ende der 1990er Jahre sei das Thema Drogen noch deutlich heikler gewesen als heutzutage. Doch in der Prävention habe sich der Lions-Club Delmenhorst-Burggraf nachhaltig engagieren wollen. „Der Lions-Club war damals auch ein Türöffner für uns“, betont Berthold. Insbesondere die Gymnasien hätten jedoch keinen Bedarf gesehen und abgewunken. Dabei sei gerade die Mischung aus externen Fachkräften und Lehrkräften vorteilhaft, wie sich über die Jahre gezeigt habe. „Das bleibt hängen“, sagt Berthold über das vierteilige Programm. Der Erfolg sei durch Studien belegt.

Nachhaltigkeit gewährleistet

Deswegen sei es auch dem Lions-Club ein Anliegen gewesen, Profis an Bord zu haben, sagt Müllers Lions-Club-Kollege Reimund Stolle: „Wir können uns auf die fachliche Qualifikation verlassen.“ Würde man sich nur auf einzelne Lehrkräfte verlassen, stehe und falle das Programm mit dem Engagement Einzelner. Mit der Anonymen Drogenberatung als federführende Organisation sei dagegen die Nachhaltigkeit gewährleistet.

Dass das „drop+hop“-Programm seit mehr als 20 Jahren und mittlerweile an allen Delmenhorster Schulen umgesetzt wird, ist Berthold zufolge maßgeblich dem Lions-Club Delmenhorst-Burggraf zu verdanken. In diesem Jahr spendete die Organisation 4000 Euro für das Projekt, seit der Entwicklung im Jahr 1997 flossen Müller zufolge bereits mehr als 80.000. „Wir haben ein Randthema in den Fokus gerückt“, bilanziert er zufrieden.