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„Wie wollen wir leben?“ Delmenhorster Schüler lernen Vorurteile zu bekämpfen

Von Jasmin Johannsen | 27.09.2016, 22:45 Uhr

Die islamische Kultur besser kennenlernen und sich offen untereinander austauschen: Das ist das Ziel eines Unterrichtsprojekts an der BBS II mit der zentralen Frage „Wie wollen wir leben?“.

Viel Raum für Gespräche und Auseinandersetzungen mit Fragen über Religion, Identität und Zugehörigkeit hat in der BBS II ein Projekt rund um das Thema „Wie wollen wir leben?“ geboten. In drei Wochen, vom 12. September bis zum 30. September, beteiligten sich 13 Klassen aus unterschiedlichen Berufsfeldern an dem Projekt, das von dem Berliner Kulturverein „Ufuq“, in Kooperation mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg entwickelt und von „Demokratie leben!“ finanziert wurde.

Besonderes Augenmerk auf Islam

„Die Schüler sollen in dem Projekt vor allem sensibilisiert werden“, erzählt Markus Weise, Studienrat der Berufsschule, denn ein besonderes Augenmerk wurde in den drei Wochen auf den Islam gelegt. So würden die jungen Erwachsenen in der Zeit erlernen, sich über ihre Ängste auszutauschen und Vorurteile abzulegen aber auch Konfliktthemen offen anzusprechen, erzählt Ulrich Droste, Schulleiter der BBS II. „Das kann aber nur geschehen, wenn sie ihr Wissen rund um den Islam mit Fakten anreichern und dazu gehören keine Stammtischparolen, die scheinbar einfache Lösungen anbieten“, ergänzt Droste.

Acht Workshops zeigen die Facetten des Islam

Zum Einstieg in die drei Projektwochen fand ein Workshop zum Thema „Glauben, Islam & Ich“ statt. „Es ist wichtig zu klären, welche Fragen die Schüler haben und was sie an Wissen mitbringen“, erklärt Lutz Gottwald von der Delmenhorster Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe. Denn im Laufe der nächsten Wochen standen noch sieben weitere Module auf dem Stundenplan, die sich unter anderem mit dem Männer- und Frauenbild im Islam oder mit „Muslimischsein“ und „Jüdischsein“ auseinander setzten.

Problematiken frei ansprechen

Alle angebotenen Workshops wurden von externen Leitern, den Teamern, durchgeführt. Sie wurden zuvor durch den Ufuq ausgebildet und boten den Schülern der BBS II in Sitzkreisen einen Raum zur Diskussion. Suntje van Geuns und Tom Gath, beide Studenten, betreuten die Klasse der Fachschule Pädagogik und zogen ein positives Fazit. „Die Klasse zeigt sich in vielen Belangen sehr tolerant“, findet van Geuns. Trotzdem sei es auch oft zu Diskussionen gekommen. „Mit den Unterschieden zwischen dem gesellschaftlichen Frauen- und Männerbild hat sich die Klasse stark auseinandergesetzt“, erklärt der Schüler Marcel Schuhmacher. Dadurch hätten die Schüler aber während des Projektes gelernt, dass Problematiken frei angesprochen werden müssen, damit sie gelöst werden können.