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Wiedereröffnung am Freitag Delmenhorst: Investor wertet ehemaliges Többens-Haus auf

Von Frederik Grabbe, Frederik Grabbe | 07.04.2017, 16:21 Uhr

Das Einkaufen in Delmenhorst hat ein Stück weit Aufwertung erfahren: Am Freitag ist das Modegeschäft Mai Anh im ehemaligen Többens-Haus an der Langen Straße 32 mit einer Verkaufsfläche von 370 Quadratmetern wiedereröffnet worden. Besonders die Fassade ist aufgewertet worden. Auf diesem Projekt will sich der Eigentümer des Gebäudes, das Unternehmen Kristensen Invest aus Bremen, aber nicht ausruhen.

Rund 500.000 Euro hat das Unternehmen bislang in das Gebäude zwischen Marktplatz und ehemaligen Hertie-Gebäude gesteckt, die Hälfte davon floss in Fassadenarbeiten, sagt Andreas Vogler, geschäftsführender Gesellschafter bei Kristensen Invest. Die Aufwertung ist deutlich sichtbar. Die frühere, in die Jahre gekommene und nicht sonderlich ansprechende Außenseite wirkt nun mit seiner neuen Schaufensterfront deutlich moderner und passt sich gut ins Straßenbild ein. Die Gesamtkosten seien „etwas höher als veranschlagt“ ausgefallen, was unter anderem am abgerissenen Anbau im rückwärtigen Teil zur Parkstraße gelegen habe, sagt Vogler. Dort habe sich der Doppelkeller als problematisch erwiesen. An dieser Stelle soll der neue, zur Parkstraße hin gelegene Haupteingang entstehen, der laut Martin Schneider, Geschäftsführer von Mai Anh, auch Personalräume für das Modegeschäft enthalten soll.

Neuer Mieter soll nach 30. Juni einziehen

Was jetzt noch fehlt, ist der Einbau eines Aufzugs, der die oberen Stockwerke samt Wohnungen barrierefrei machen soll. Zudem wird im April oder Mai der Ausbau des ersten Obergeschosses beginnen, das schon entkernt worden ist. Wenn alles plangemäß läuft, wird der erste Stock am 30. Juni dem neuen Mieter – laut Vogler eine nicht näher genannte Krankenkasse – übergeben werden. Wenn es nach Kristensen Invest geht, ist die Modernisierung des früheren Többens-Haus nur ein Puzzlestück in einer Reihe von Projekten, die die Innenstadt nach vorne bringen sollen. So investierte das Unternehmen an der Langen Straße in das Herrenausstatter-Gebäude oder in das Gebäude mit Deutscher Bank und Leder Strudthoff.

Ab Juli neues Leben in ehemaliger Dresdner Bank

Als aktuelles Beispiel nennt Vogler den früheren Bau der Dresdner-Bank an der Langen Straße 39, den sein Unternehmen im Dezember 2016 gekauft hatte. „Eigentlich hatten wir das Gebäude als allererstes im Blick. Bis es zum Kauf kam, war es aber ein langer Weg“, sagt Vogler. Gerade seien Trockenbau- und Elektroarbeiten abgeschlossen. Sanitärarbeiten sollen bald beginnen, Bauanträge für eine andere Raumaufteilung seien bereits gestellt. Das Bank-Gebäude steht laut Vogler an der Front vor einer enormen Aufwertung: Die aufwendigen Holzverzierungen im Erker sollen neu ausgearbeitet, die Tierköpfe am Gebäude farblich hervorgehoben werden. Zudem soll eine neue Fensterfront entstehen. „Wir möchten die Schönheit des Gebäudes und seinen Charakter neu beleben“, sagt Vogler. Kristensen plant insgesamt eine Investition von einer halben Million Euro.

Neuer Mieter zieht im Oktober in Ex-Bank ein

Die 300 Quadratmeter großen Erdgeschossräume sollen dem Mieter im Oktober übergeben werden. Wer dies ist, sagte Vogler nicht. Allerdings kündigte er an, dass sein eigenes Unternehmen zum 30. Juni den Umzug in den hinteren, früheren Bürotrakt der Delmenhorster Bank plant. Vogler erneuerte seine Aussage, dass sein Unternehmen an Delmenhorst glaube: „Die neue Pflasterung in der Stadt wird barrierefrei sein, das ist in der Zukunft ein unglaublich wichtiges Thema“. Zudem sei der Einzelhandel sehr motiviert und die Mietpreise lägen bei der Hälfte der Preise, wie sie in vergleichbaren Städten gezahlt würden, was die Kosten für Mieter flach halte. „Das sind alles Themen, die für Delmenhorst sprechen“, so Vogler. Und das sähen auch andere Mieter so: „Ich habe drei Anfragen von Unternehmen vorliegen, die sich gerne in Delmenhorst ansiedeln würden. Bloß handelt es sich dabei um benötigte Flächen von 400 Quadratmeter. Und die sind aktuell schwer zu finden.“