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Wirkstoff nachgewiesen Todespfleger: Hinweise auf vier weitere Mordopfer

Von Jan Eric Fiedler | 08.10.2015, 12:55 Uhr

In vier weiteren Fällen könnte der ehemalige Krankenpfleger Niels H. Patienten des Klinikums Delmenhorst getötet haben. Dies haben die Polizeidirektion Oldenburg und die Staatsanwaltschaft am Donnerstag bekanntgegeben. Insgesamt ist der Wirkstoff Ajmalin so nun bereits in 14 Fällen nachgewiesen worden.

„Die laufenden Ermittlungen haben in vier weiteren Fällen den dringenden Verdacht ergeben, dass Niels H. ehemalige Patienten des Klinikums Delmenhorst durch die nicht indizierte Vergabe des Wirkstoffs Ajmalin getötet hat“, teilt die Polizeidirektion Oldenburg mit. Davon gingen Sonderkommision Kardio und Staatsanwaltschaft Oldenburg nach Abschluss der Exhumierungsarbeiten auf zwei weiteren Friedhöfen aus.

Graböffnungen auf zwei Delmenhorster Friedhöfen

In den vergangenen Wochen wurden laut Mitteilung auf dem katholischen Friedhof an der Oldenburger Landstraße sowie auf dem Friedhof Bungerhof in Delmenhorst insgesamt 18 Gräber geöffnet. Die anschließenden toxikologischen Untersuchungen hätten zu dem Ergebnis geführt, dass bei vier der ehemaligen Patienten der Wirkstoff Ajmalin nachgewiesen werden konnte, obwohl diese nicht mit einem entsprechenden Medikament behandelt worden waren. Die Angehörigen der Verstorbenen sind laut Polizei über die Ergebnisse bereits informiert worden.

Insgesamt 47 Exhumierungen bisher

Demnach sind nun insgesamt – nach Abschluss der Untersuchungen auf bislang vier Friedhöfen – 47 ehemalige Patienten des Klinikums Delmenhorst exhumiert worden. Zehn Verdachtsfälle waren bisher bekannt geworden , durch den Nachweis von Ajmalin in den vier neuen Fällen erhöht sich die Zahl auf 14.

Exhumierungen laufen bis ins kommende Jahr

Polizei und Staatsanwaltschaft haben die Ermittlungen unterdessen auf weiteren Friedhöfen in der Region fortgesetzt. Ergebnisse der toxikologischen Untersuchungen liegen hier jedoch noch nicht vor. Weitere Exhumierungen sind noch bis in das nächste Jahr hinein geplant.

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