Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Wirtschaftsstandort Delmenhorst Armstrong DLW steht trotz Krise vor wichtiger Messe

Von Jens Gehrke | 15.01.2015, 19:04 Uhr

Bei Armstrong DLW ist einiges in Bewegung. Während die Investorensuche auf Hochtouren läuft, steht kommende Woche eine wichtige Messe an.

Der insolvente Bodenbeläge-Hersteller Armstrong DLW will auf der Messe BAU in München wieder für Erfolgmeldungen sorgen. Auf der wichtigsten Messe der Branche sollen nach den Angaben eines Sprechers ein neues Produkt vorgestellt und neue Kunden gefunden werden. Armstrong DLW sieht vor allem im Mittleren Osten Wachstumschancen.

Der vorläufige Insolvenzverwalter und Rechtsanwalt Martin Mucha will nach eigenen Angaben selber einen Tag an dem Messestand den Kunden für Gespräche zur Verfügung stehen.

Die Messe im München ist zwar wichtig, hat aber keine direkte Bedeutung für die Investorensuche , die derzeit über ein strukturiertes Bieterverfahren erfolgt. Am kommenden Montag reist Insolvenzverwalter Mucha nach Delmenhorst, um bei einer Mitarbeiterversammlung die Belegschaft über die aktuellen Entwicklungen zu unterrichten. „Dort wird noch einmal der Zwischenstand des Insolvenzverfahrens erläutert“, sagt Thomas Schulz, Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters. Dem Vernehmen nach halten einige Beteiligte den Besuch bereits für überfällig.

Das Ziel der Beteiligten sei es, einen finanzstarken Investor zu finden. Solange das Geschäft sich trägt, stünde die Investorensuche allerdings nicht unter Zeitdruck. Damit ist der zeitliche Horizont des strukturierten Bieterverfahrens noch offen. Mucha hat am Donnerstag an der Sitzung des Wirtschaftsausschusses des Unternehmens teilgenommen. Sie fand am Armstrong-DLW-Stammsitz in Bietigheim-Bissingen statt. Der Rechtsanwalt informierte die Ausschussmitglieder über die Wirtschaftsaussichten des Unternehmens und die nächsten Schritte im vorläufigen Insolvenzverfahren.

An der Sitzung nahm auch der Delmenhorster Betriebsratsvorsitzende Frank Heyna teil. „Mein Eindruck ist sehr positiv“, sagte Heyna am Donnerstag direkt nach dem Treffen des Wirtschaftsausschusses. Details aus der Sitzung wollte er nicht schildern. „Wichtig ist jetzt, dass wir einen seriösen Investor mit guten Konzepten finden und beide Standorte erhalten bleiben“, so Heyna.

Ähnlich äußert sich auch Vera Ackermann, Bezirksleiterin der Gewerkschaft IG BCE. Sie steht in Kontakt mit Heyna und hofft, dass der vorläufige Insolvenzverwalter bald gute Nachrichten überbringen und das Bieterverfahren sich schnell dem Ende zuneigen wird. „Es gibt nichts Schlimmeres für die Belegschaft, als warten zu müssen“, so Ackermann.