Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Wo ist Anton? Experten suchen in Delmenhorst nach vermisstem Hund

Von Frederik Grabbe | 21.08.2015, 18:38 Uhr

Wenn der geliebte Familienhund einmal ausbüchst und tagelang nicht zurückkehrt, tut man so einiges, um ihn wiederzubekommen – oder zumindest sein Schicksal aufzuklären. In so einer Situation steckt derzeit die Familie Schmidt (Name geändert) aus Düsternort.

Die Schmidts, die ihren echten Namen nicht nennen möchten, vermissen seit der Nacht zum 15. August, ihren Berner Sennenhund Anton. Der Rüde ist vermutlich bei einem Gewitter entlaufen. Nun sucht das K9-Suchhunde-Zentrum Elbe-Weser nach dem Hund.

„Bis auf Interpol haben wie alles und jeden verständigt“

Am Morgen des vergangenen Samstags fiel Thomas Schmidt auf, dass Anton sich nicht im Haus befand. Auch auf dem sonstigen Grundstück war er nicht zu finden. Die Familie fuhr in den Folgetagen die Nachbarschaft und Gassigeh-Orte ab, verständigte die Polizei, die Feuerwehr, sämtliche Tierheime und -Ärzte in der Region, im sozialen Netzwerk Facebook setzten sie eine Vermisstenmeldung ab, die dutzendfach geteilt wurde und sie hängte dutzendfach Suchzettel in der Nachbarschaft auf. „Bis auf Interpol haben wir alles und jeden verständigt“, sagt Thomas Schmidt. Vergeblich. Zwar habe sich seit einer Woche unter Hundebesitzern restlos rumgesprochen, dass die Schmidts ihren Rüden vermissen. Genutzt hat es bisher nichts.

Nacht auf dem HCD-Platz verbracht

Die Familie hat über das Haustierregister Tasso Kontakt zum K9-Suchhunde-Zentrum Elbe-Weser erhalten. Ein Tipp war unter anderem, per T-Shrit am Fahrrad eine kreuzförmige Duftspur zu legen. „Wenn Anton die Spur wittert, soll er so nach Hause finden“, sagt Thomas Schmidt. Doch die vier Stunden auf dem Rad brachten bisher nichts. Auf einen vagen Hinweis, dass sich Anton in einem Wäldchen bei den Tennisplätzen des HCD aufhalten könnte, verbrachten die Schmidts auf Ratschlag des Suchhunde-Zentrums dort die Nacht vom Donnerstag auf Freitag mit geöffneter Heckklappe, Lieblingsdecke und Leckerli die Nacht im Auto. Ebenfalls erfolglos.

Spezialisten für die Tiersuche

Freitag dann sind Martina Pfalz und Kirsten Caldow vom Suchhunde-Zentrum aus Buxtehude in Delmenhorst eingetroffen. Sie rücken immer dann aus, wenn Hundehalter vergebens ihren Vierbeiner suchen. Zwei Mal im Monat geht es für die ehrenamtlichen Helfer auf die Suche. Die beiden Frauen suchen mit ihren Hunden nicht nur entlaufene Hunde, sondern auch Katzen, Pferde oder sogar Schildkröten. „Ursprünglich habe damit angefangen, um meinen Hund auszulasten“, sagte Pfalz. „Heute ist es aber mehr.“

Durch den Garten ausgebüxt

Zusammen mit dem Rüden Kaspar, einen Gebirgsschweißhund, ging es auf Spurensuche: Mit einer Geruchsprobe, abgenommen mit einer sterilen Kompresse von Antons Stammplatz am Vorhang in der Küche der Schmidts, versuchten die Helfer die Spur des entlaufenen Rüden aufzunehmen. Wie das Thomas Schmidt bereits vermutet hatte, ist Anton über den Zaun im Garten ausgebüchst. Das zeigt zumindest Kaspar an. Was danach folgte, war eine Flucht durch Düsternorter Gärten und Hinterhöfe, wenn man der Nase des Schweißhundes trauen darf. Bis zum Nachmittag allerdings war die Suche erfolglos.

Dankbar über jeden Hinweis

„Anton ist ein wenig trottelig und nicht der Schlauste“, sagt Miriam Schmidt. „Aber er ist sehr lieb und anhänglich. Hauptsache wir finden ihn, egal in welchem Zustand. Diese Ungewissheit ist kaum auszuhalten“, sagt die Hundehalterin.

Wer einen frei laufenden Berner Sennenhund gesehen hat, kann sich unter der Handynummer (0170) 5880551 melden. Die Schmidts sind für jeden Hinweis dankbar.