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Woche der Ausbildung Delmenhorster Azubis machen Überstunden in eigener Sache

Von Jan Eric Fiedler, Jan Eric Fiedler | 07.03.2016, 18:34 Uhr

Sicher durch die Ausbildung trotz nicht idealer Startbedingungen. Dieses Ziel hat die „Assistierte Ausbildung“. Die Agentur für Arbeit lobte zum Start der „Woche der Ausbildung“ das Engagement von Inkoop in

Die Ausbildung steht in bei der Agentur für Arbeit in dieser Woche (7. bis 11. März) im Mittelpunkt. Zum Auftakt besuchte Dr. Thorsten Müller, Leiter der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven, am Montag die Inkoop-Zentrale in Delmenhorst. Das Unternehmen beteiligt sich an dem neuen Angebot „Assistierte Ausbildung“.

27 teilnehmende Azubis in Delmenhorst

Bei der assistierten Ausbildung bekommen Auszubildende mit schwächeren Noten und zusätzlichem Unterstützungsbedarf neben der Berufsschule und der Ausbildung im Betrieb Hilfe durch einen Bildungsträger. 86 Azubis haben das im vergangenen Jahr gestartete Angebot im Bereich der Arbeitsagentur Oldenburg-Wilhelmshaven bisher in Anspruch genommen, 27 davon in Delmenhorst und Umgebung. Für die Betreuung der Azubis ist das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) zuständig.

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Erfolge zeigen sich schnell

Inkoop beschäftigt gleich drei von ihnen. Vanessa Seider und Anton Keil sind von Beginn an, auch bei der Ausbildungsplatzsuche, durch das BNW begleitet. Ninva Yar hat sich später von selbst bei der Agentur für Arbeit nach Möglichkeiten der Hilfe bei der Ausbildung erkundigt und ist so in die assistierte Ausbildung gerutscht. „Einmal in der Woche gehe ich nach der Berufsschule für zwei Stunden zum BNW“, berichtet Seide. Dort bekommen sie Nachhilfe in Problemfächern oder werden auf Arbeiten vorbereitet, wie die drei erzählen. Mit Erfolg: „Jetzt habe ich schon einige Einsen geschrieben“, berichtet Yar.

„Kernmannschaft besteht aus Eigengewächsen“

Die Ausbildung nimmt bei Inkoop einen wichtigen Stellenwert ein. „Wir statten uns eigentlich nur durch die Ausbildung mit neuen Führungskräften aus“, berichtet Maurice Kaulicke, bei Inkoop für Personal und Ausbildung zuständig. Er muss es wissen: 1999 hat auch er seine Karriere als Auszubildender bei Inkoop gestartet. Geschäftsführer Bernd Oetken pflichtet ihm bei: „Unsere Kernmannschaft besteht aus Eigengewächsen. Der Lebensmittelhandel mit Bedienung ist sehr personalintensiv. Das wird weiter eine wichtige Rolle spielen.“ Deshalb sei die Ausbildung so wertvoll für das Unternehmen.

Auch eine Chance für Unternehmen

Müller wirbt dafür, dass mehr Unternehmen das Angebot der assistierten Ausbildung nutzen, um sich so geeignete Fachkräfte zu sichern. Bereits das erste halbe Jahr habe gezeigt, dass es dafür ein „erfolgreiches Instrument“ sei. „Die Abbrecherquote ist geringer als bei anderen Azubis“, berichtet Müller. Hinzu komme die Möglichkeit, auch bei persönlichen Problemen Hilfe in Anspruch zu nehmen. „Sie machen Überstunden in eigener Sache“, fasst Müller das Engagement der Azubis zusammen.

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Agentur für Arbeit schließt Lücke

Für Inkoop kommt ein weiterer positiver Effekt durch die assistierte Ausbildung hinzu: „Es gibt auf dem freien Markt keine Nachhilfe für die Ausbildung im Einzelhandel. Die Agentur für Arbeit hat diese Lücke geschlossen“, sagt Kaulicke.