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Wohnquartier „Langenwisch“ Irritationen um geplantes Baugebiet in Delmenhorst

Von Michael Korn | 06.09.2017, 20:27 Uhr

Ein Baggereinsatz in einem geschützten Biotop hat am Dienstag, 6. September 2017, im geplanten Delmenhorster Baugebiet „Langenwisch“ Bürgerinitiativen alarmiert. Die Stadt spricht von „routinemäßigen Erkundungen“ des Baugrunds.

Ein von der Stadt veranlasster Baggereinsatz in einem geschützten Biotop im geplanten, umstrittenen Baugebiet „Langenwisch“ hat am Dienstag für Irritationen gesorgt. Während Bürgerinitiativen der Stadt vorwerfen, mit der Zerstörung der Naturschutzfläche Fakten ohne politische Legitimation zu schaffen, spricht das Rathaus von einer „routinemäßigen“ Bodenerkundung. Die vorgesehenen Baggerarbeiten und Rodungen hätten indes noch nicht aufgenommen werden können, da das Fahrzeug kurzfristig wegen eines technischen Defekts ausgefallen sei.

Müllhalde im Untergrund

In diesem Fall gibt es den Angaben zufolge Erkenntnisse über eine vermutlich mit Bauschutt und Hausmüll verfüllte Torflinse, die nun genauer untersucht werden soll. Eine gesonderte Information der Anwohner sei nicht vorgesehen gewesen, da keinerlei Beeinträchtigungen - außer Maschinenlärm für etwa fünf bis sechs Stunden - zu erwarten seien. Im Beisein des Baugrundgutachters soll der Bagger Löcher graben, damit die Beschaffenheit des Bodens und der Anteil an Unrat bestimmt werden kann. Außerdem werden Bodenproben entnommen, nach denen bestimmt wird, ob und in welchem Umfang der Untergrund für eine Wohnnutzung saniert werden muss.

Gebüsch wird gerodet

Über der Torflinse hat sich laut Rathaus auf einer Fläche von etwa 2.000 Quadratmetern ein Weiden-Sumpf-Gebüsch gebildet. Für die Untersuchungen müsse es gerodet werden. Die Genehmigung für die Beseitigung hat die Untere Naturschutzbehörde der Stadt erteilt. Voraussichtlich werden diese Arbeiten in der kommenden Woche aufgenommen. Bürgerinitiativen kämpfen seit Jahren gegen eine zu intensive Bebauung des Gesamtareals und gegen Zerstörung von Naturflächen. Die Ratspolitik hat der Schaffung von Bauland im östlichen Bereich grundsätzlich zugestimmt.