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Wohnungsmarktbericht vorgelegt Delmenhorst braucht mehr Wohnungen

Von Jan Eric Fiedler, Jan Eric Fiedler | 03.12.2016, 11:46 Uhr

Delmenhorst braucht mehr Wohnungen. Dieses Ziel, das schon vor einiger Zeit von Politik und Verwaltung vorgegeben wurde, wird jetzt durch den neuen Wohnungsmarktbericht der Verwaltung untermauert.

Christoph Jankowsky vom Fachdienst Stadtentwicklung stellte den Bericht am Donnerstag im Wirtschaftsausschuss vor. Sein Fazit: Die Bevölkerung der Stadt wird bis 2025 weiter wachsen , der Bedarf an Ein- bis Zwei-Personen-Haushalten steigen. Deshalb müssen rund 2000 Wohnungen in der gleichen Zeit entstehen, rund 200 pro Jahr. Diese Zahl sollte sich gleichmäßig auf Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Mehrfamilien aufteilen.So weit entfernt liegt Delmenhorst von diesen Zahlen teilweise nicht: Zwischen 137 und 224 Wohnungen pro Jahr wurden von 2012 bis 2015 in Delmenhorst errichtet. Dabei überwogen aber die Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Lediglich 64 Wohnungen entstanden 2015 in Ein- und Zweifamilienhäusern. Zum Vergleich: 2003 waren es noch 211.

Mehr barrierefreie Wohnungen benötigt

Wichtig ist dabei laut Jankowsky, dass die Zahl der barrierefreien Wohnungen erhöht wird, nicht nur mit Blick auf die allgemein älter werdende Bevölkerung, sondern auch auf die Abwanderungszahlen. Für den Bericht wurden die Wanderungsbewegungen der Einwohner analysiert. Dies hat laut Jankowsky gezeigt, dass sich viele Delmenhorster einen Alterssitz im Landkreis Oldenburg suchen. Einen Zuwachs von rund 1000 barrierefreie Wohnungen empfiehlt der Bericht für die nächsten zehn bis 15 Jahre.

Viele Bremer ziehen nach Delmenhorst

Die Analyse habe ebenfalls gezeigt, dass es viele Bremer nach Delmenhorst zieht. Grund dafür seien die günstigen Mieten, die zwar auch in Delmenhorst in den vergangenen fünf Jahren um rund einen Euro pro Quadratmeter angestiegen sind, aber mit durchschnittlich sechs Euro noch deutlich unter Bremer Preisen liegen.

Zu wenig Bauland für gesteckte Ziele

Um die Ziele zu erreichen, braucht es aber mehr Bauland . Mit 104 Hektar beziffert eine im Bericht genutzte Prognose der N-Bank den Bedarf für die Jahre 2013 bis 2020. Schon im Jahr 2013 lagen die Wohnbaulandreserven der Stadt laut N-Bank bei lediglich 40 Hektar. Stadtbaurätin Bianca Urban bezeichnete den Bericht in der Ausschusssitzung als Grundlage für alle Fragen der Wohnbauentwicklung. „2017 wird in diesem Bereich etwas passieren“, kündigte sie an.